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Stadtwerke-Chef verhandelt über neuen Kontrakt

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:
Verhandelt über eine Vertrags
Verhandelt über eine Vertragsverlängerung: Stadtwerke-Chef Ulf Kamburg. Foto: Uerlings

Jülich. Mit innovativen Ideen und einer hohen Kundenzufriedenheit wollte Ulf Kamburg als neuer Geschäftsführer die Stadtwerke Jülich leiten. Das sagte er kurz vor seinem Dienstantritt am 1. April 2009.

Im April 2014 endet der fünfjährige Vertrag, jetzt sind die Gespräche über eine Verlängerung im Gange, die spätestens im April nächsten Jahres abgeschlossen sein sollen. Darauf haben sich nach Informationen unserer Zeitung die Beteiligten geeinigt, um frühzeitig Klarheit hinsichtlich der Geschäftsführung zu haben. Geeinigt hat man sich aber noch nicht auf das künftige Gehalt des amtierenden Geschäftsführers. Denn seine Forderungen für eine zweite Vertragslaufzeit sollen für einen Paukenschlag gesorgt haben.

Wie zu erfahren war, soll Ulf Kamburg der Stadt als Alleingesellschafter - über Bürgermeister Heinrich Stommel - schriftlich mitgeteilt haben, dass er seine Bezüge in einem neuen Vertrag gerne deutlich angehoben sehen möchte. Dem Vernehmen nach geht es um eine Erhöhung im fünfstelligen Bereich auf ein Gehalt von 160.000 Euro pro Jahr. Diese Summe wird allerdings offiziell von keiner Seite bestätigt.

In „Wut und Rage”

Fakt ist, dass die Stadtwerke als 100-prozentige Tochter der Stadt Überschüsse erwirtschaften, die, so heißt es aus Kreisen des Aufsichtsrates, auch auf die gute Arbeit und das Verhandlungsgeschick von Ulf Kamburg zurückzuführen seien. Dennoch löste sein Wunsch einerseits Überraschung und andererseits auch Verärgerung aus, wie kolportiert wird. Dass ein solcher Posten höher bezahlt wird als zum Beispiel das Amt des Bürgermeisters, ist in der freien Wirtschaft üblich. Die Höhe der Forderung soll den Bürgermeister „in Wut und Rage” gebracht haben, wie aus dem Rathaus berichtet wird. Aber nicht nur der Bürgermeister soll geschockt sein, sondern auch Mitglieder des 13-köpfigen Aufsichtsrates.

Dieses Gremium trifft sich am Montag zu einer Sitzung, in der es in der Hauptsache darum geht, mit Blick auf den Vertrag von Ulf Kamburg eine Empfehlung an den Rat auszusprechen, der endgültig darüber befinden muss. Nach Informationen unserer Zeitung herrscht Einigkeit, dass eine Empfehlung ausgesprochen werden soll.

Ein Kompromiss-Vorschlag könnte darauf hinauslaufen, dass Kamburgs Gehalt, das 2013 inklusive Boni etwa 145.000 Euro betragen soll, auf 160.000 Euro angehoben wird. Darüber hinausgehende Boni wären ausgeschlossen. Das entspräche einer Steigerung von 10,3 Prozent.

Da die Mitglieder des Aufsichtsrates zum Stillschweigen verpflichtet sind, waren Stellungnahmen nicht zu erhalten. Stadtwerke-Chef Ulf Kamburg erklärte am Freitag, dass er sich zu laufenden Gesprächen und Verfahren nicht äußere.

Einen Kompromiss gab es übrigens auch schon bei den ersten Vertragsverhandlungen 2009, als der Aufsichtsrat das gewünschte Fahrzeug der Oberklasse ablehnte und eine Einigung über die gehobene Mittelklasse erzielt wurde.

Wie sind die Bezüge im „Markt” einzuordnen? Nach einer Studie des Berufsverbandes der Führungskräfte liegt das Durchschnittseinkommen von Verantwortlichen der Energiebranche bei 184.000 Euro im Jahr. Kommunale Versorger zahlten dagegen laut Studie (für 2010) im Schnitt nur 106.000 Euro.
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