Linnich - Stadt in der ungewollten Rolle des Betreibers der Bürgerhalle

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Stadt in der ungewollten Rolle des Betreibers der Bürgerhalle

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
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Waisenkinder im Doppelpack: Seit zwei Monaten regelt die Stadt Linnich den Betrieb in der Tetzer Rurauenhalle. Schon weit länger aufgegeben ist die angeschlossene Gastwirtschaft (links). Foto: Jonel

Linnich. Stünde die Rurauenhalle zwischen der Rurstraße und dem Place de Lesquin in Linnich, wäre dort das leidige Thema Stadthalle wahrscheinlich keines mehr. Zumindest in puncto Nutzbarkeit für größere Vereins- oder Kulturfestivitäten wäre eine solche Halle bestens geeignet.

Nun steht der größte Veranstaltungsbau des gesamten Stadtgebietes aber nun mal in Tetz – und ist buchstäblich zu haben. Seit Juli hat die Rurauenhalle offiziell keinen Betreiber mehr. Der am 30. Juni ausgelaufene Pachtvertrag zwischen der Dorfgemeinschaft Tetz und der Stadt Linnich wurde nicht mehr verlängert. Die Stadt Linnich, die immer wieder betont, dass sie nicht Betreiber einer Bürgerhalle werden möchte, ist genau das – zumindest vorübergehend, denn noch hat sich keine Nachfolgeregelung ergeben.

„Wir tun alles, dass die Vereine keine Probleme haben, die Halle zu benutzen“, erklärte Linnichs Beigeordneter Hans-Josef Corsten auf Anfrage. „Der Betrieb läuft weiter.“ Die gegenwärtige Verfahrensweise ist einfach: Vereine, die die Rurauenhalle nutzen, zahlen 15 Euro pro Stunde. Das, so Corsten, wird allgemein akzeptiert. Auf einer Versammlung, zu der alle Dorfvereine einberufen worden waren, hatte die Stadt betont, dass ihr sehr daran gelegen sei, den „Betrieb der Halle in gute Hände“ zu legen.

Bei der Gelegenheit hatte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Hans-Willi Dohmen, den Vorschlag gemacht, alles so zu belassen, wie es bis zum Vertragsende war – also den Dorfgemeinschaftsverein wieder als Betreiber zu „inthronisieren“. Diesen Vorschlag hatte die Stadt unmissverständlich zurückgewiesen. Stadt und ehemaliger Betreiber, eben die Dorfgemeinschaft, stehen sich immer noch in einem Rechtsstreit vor Gericht gegenüber. Es geht um eine gut fünfstellige Summe, die die Stadt an ausstehenden Betriebskosten von der Dorfgemeinschaft einfordert. Der nächste Termin vor dem Landgericht ist dem Vernehmen nach für Mitte Oktober anberaumt.

Auch wenn sie es nicht sein möchte und diese Rolle möglichst schnell abgeben will: De facto ist die Stadt Linnich derzeit Betreiber der Rurauenhalle. Definitiv ausgeschlossen sei aber, versichert Beigeordneter Corsten, ein Engagement in einem weiterem Bereich: Die Gastronomie an und in der Rurauenhalle. „Die Gastwirtschaft war schon zu Dorfgemeinschaft-Zeiten aufgegeben. Die Stadt macht keinerlei Anstalten, da einen Pächter zu holen“, sagt Corsten. Das soll Aufgabe des Betreiber-Nachfolgers sein, mit dem ein Gastronomiepächter schließlich auch den Vertrag eingehe.

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