Sportplätze kommen auf den Prüfstand

Von: Volker Uerlings
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Feinster Rasen auf den Jülicher Sportplätzen: Der SV Welldorf-Güsten ist der erste Verein, der die Pflege gegen eine Kostenbeteiligung der Stadt selbst übernimmt. Andere Klubs signalisieren laut Verwaltung ebenfalls Interesse. Foto: Imago

Jülich. Eher unfreiwillig steigt die hoch verschuldete Herzogstadt in Überlegungen ein, welche Einrichtungen dauerhaft bestehen bleiben, und welche nicht. Die Bündnisgrünen in Jülich hatten nach Worten von Emily Willkomm-Laufs mit einem Antrag auf eine Bestandsaufnahme aller Sportstätten abgezielt.

„Es geht nicht darum, welchen Sportplatz wir plattmachen und welchen nicht!”, sagte sie im Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport. Kämmerer Andreas Prömpers machte sehr deutlich, was die Stadtverwaltung unter dem geforderten „Sportstättenentwicklungskonzept” versteht: „Wo brauchen wir Sportplätze im Stadtgebiet?”

Dieses Verständnis des für die Finanzen verantwortlichen Dezernenten im Rathaus ging einigen Politikern wenig überraschend zu weit. Lambert Schmitz aus Stetternich interpretierte das verlangte Konzept so: „Wir wollen der drohenden Gefahr entgegenwirken, dass wir Plätze nicht halten können.”

Jedenfalls sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, das Konzept zu erstellen und diesen Prozess mit einer Arbeitsgruppe zu begleiten. Mit einem weiteren Arbeitskreis hatte Ansgar Kieven (SPD) Bauchschmerzen: „Der ist überflüssig. Die Verwaltung soll das Konzept erarbeiten und dann den Fraktionen vorlegen.” Letztlich konnte er die Gründung desselben aber nicht verhindern.

Im Jülicher Rathaus werden nun zunächst Daten gesammelt: über die Sportstätten samt Nebengebäuden und ihren Zustand, über Kosten für Investitionen und Unterhaltung, über die Eigenleistung, die Vereine erbringen, und natürlich die Zahl der Mitglieder und Mannschaften.

Im Antrag der Grünen ist weiter zu lesen, dass die nun eingesetzte Arbeitsgruppe unter anderem eine Prioritätenliste erstellen soll, „welche Sportstätten zukünftig vorrangig zu betrachten sind”. Der AK soll auch stadtteilübergreifende Konzepte diskutieren.

Daraus folgerte Andreas Prömpers am Donnerstag: „Der Arbeitskreis ist wichtig, um inhaltliche Entscheidungen vorzubereiten.” Dazu gehört für den Kämmerer auch die Entscheidung, „wenn sie auch schlimm sein wird, welche Sportstätten stehen wo in der Prioritätenliste”.

Den Jülicher Sportvereinen droht nun nicht kurzfristig Ungemach. Aber da mittelfristig von einer prekären Haushaltssituation auszugehen ist, kann das nun beschlossene Konzept nicht nur als Informationssammlung verstanden werden. Es dient sicher als Entscheidungshilfe bei größeren Investitionen.

Einen Pflock hat die Stadt in der Vergangenheit schon in die Erde gerammt. Der Rat hat die Stadtteile Koslar und Welldorf-Güsten sowie natürlich Jülich (mit dem Karl-Knipprath-Stadion) zu „Siedlungsschwerpunkten” erklärt. Entsprechend flossen dorthin zuletzt auch die meisten Gelder für den Bau von Sportstätten.

Der SV Welldorf-Güsten wird übrigens auch ein Beispiel liefern, wie die Sportplatzpflege der Zukunft in der Stadt Jülich aussieht. Dort soll nicht mehr der städtische Bauhof mähen und düngen, sondern Grün-Weiß selbst. Der Verein erhält dafür bis zu 1,40 Euro pro Quadratmeter Rasenfläche von der Stadt. Das interessiert laut Verwaltung auch eine Reihe anderer Vereine. Dazu muss aber noch ein Vertrag ausgearbeitet werden.
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