Jülich - „Sponsored Walk“: Kilometergeld für herzkrankes Kind in Kenia

„Sponsored Walk“: Kilometergeld für herzkrankes Kind in Kenia

Von: Daniela Martinak
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„Helft Michael“: die beiden Projektbetreuerinnen Sabine Nowara (v. l.) und Bettina Groos mit Maria Bardenheuer, Leiterin des Mädchengymnasiums. Foto: Martinak

Jülich. Michael ist noch nicht ein Jahr alt. Auf dem Foto lächelt der kleine Junge. Daneben ist seine Mutter Kathy zu sehen, und die lächelt nicht. Michael ahnt nicht, dass sie unheimliche Angst hat. In wenigen Wochen muss ihr kleiner Sohn wieder operiert werden. Keine unkomplizierte Sache: Eine OP am Herzen.

Der kenianische Junge hat einen angeborenen Herzfehler – Fallot‘sche Tetralogie, eine Kombination mehrerer Herzfehler. Unter anderem funktioniert der Sauerstoffaustausch zwischen Herz und Lunge nicht richtig.

Bereits im Alter von zwölf Wochen wurde er das erste Mal operiert. Doch damit Michael weiterhin leben kann, ist noch eine größere Operation notwendig. Dabei soll das Loch im Herzen geschlossen und der Shunt entfernt werden, damit der Herz-Lungenkreislauf selbstständig arbeiten kann.

Kathy denkt zurück an all die Kinder, denen sie geholfen hat ein besseres Leben führen zu können, und jetzt das.

Kathy hat viele Jahre lang das Sozialprojekt Kenia des Mädchengymnasiums Jülich (MGJ) begleitet. Das Kenia-Projekt wurde 2006 ins Leben gerufen, als das MGJ 2005 zum Weltjugendtag in Köln eine Gruppe von rund 50 Afrikanerinnen beherbergte. Seither fliegen Gruppen von Schülerinnen jedes Jahr nach drüben, um dort praktische Hilfe zu leisten – auch mit Unterstützung von Kathy.

„Sie war nicht nur ein toller Ansprechpartner, sondern auch eine stets zuverlässige Frau, die Stärke bewiesen hat“, betont Bettina Groos, die Projektleiterin und Lehrerin am MGJ. Doch wenn es um das Leben des eigenen Kindes geht, wird wohl selbst die stärkste Frau schwach.

Nicht nur die seelische Belastung nagt an ihr, sondern auch die finanzielle Not. Solche Operationen sind sehr teuer.

Noch dazu kommt, dass Michael in Afrika nicht krankenversichert werden konnte. „Das kenianische System sieht vor, dass ein neugeborenes Kind nicht automatisch über die Mutter versichert ist. Die Krankenkasse entscheidet dort erst nach einer Frist von 30 Tagen“, erklärt Sabine Nowara, Sportlehrerin am MGJ und Begleiterin des Keniaprojektes. Und weiter: „Nach der ersten OP wollte ihn keine Versicherung mehr aufnehmen. Also muss die Mutter die medizinischen Kosten von insgesamt 30.000 Euro selbst aufbringen.“

Gerade weil die Schüler und Lehrer des Jülicher Mädchengymnasiums sich eng mit Kathy und Michael verbunden fühlen, wollen sie helfen und hoffen, dass zahlreiche Jülicher es ihnen gleichtun.

Der Erlös des traditionellen Sponsored Walk soll komplett der Beteiligung an den Operationskosten zugute kommen. Unter dem Motto „Helft Michael“ findet der Lauf am Dienstag, 30. April, im Brückenkopf-Park statt.

500 Läuferinnen sind bereits angemeldet und wollen möglichst viele Kilometer zurücklegen, also auch möglichst viel Kilometergeld kassieren.

Darüber hinaus wird ein Informations- und Verkaufsstand am Jülicher Markt aufgestellt, wo unter anderem die beliebten afrikanischen Kochbücher verkauft werden sollen. Auch dieses Geld fließt laut den Verantwortlichen 1:1 in das Projekt „Michael“ ein.

Wer auch einen Teil dazu beitragen möchte, kann ebenfalls helfen und eine Spende auf folgendes Konto leisten:

Sparkasse Düren, BLZ: 39550110, Kontonummer: 40758. Bitte das Stichwort „Michael“ als Verwendungszweck angeben.

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