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Spiel der Farbrhythmen und Lichträume

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
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Noch war nur das Modell vorhanden, das hier von Dr. Myriam Wierschwoski, dem Künstler Raphael Seitz und Pater Diethard Zils, der zur Ausstellungseröffnung den Künstler vorstellen wird, begutachtet wird. Bis Samstag allerdings soll das Kunstwerk auf dem Museumsvorplatz fertig sein. Foto: Król

Linnich. „Das Schöne an dieser Ausstellung ist, dass man den Künstler noch selbst befragen kann.” Diesen Ausspruch, so verriet Dr. Myriam Wierschowski, Leiterin des Deutschen Glasmalerei Museums in Linnich, hatte der Künstler Raphael Seitz selbst getan.

Er wird nicht nur zur Ausstellungseröffnung am Samstag, 11. April, um 16 Uhr anwesenden sein, er wird auch am 17. Mai zum Internationalen Museumstag bei einem Künstlergespräch in ihrem Haus zur Verfügung stehen.

Nach Prikker, Meistermann und Teuwen widmet sich das Glasmalerei Museum wieder einmal einem zeitgenössischen Künstler, der sowohl national als auch international eine stattliche Zahl von Erfolgen verbuchen konnte. „Farbrhythmen und Lichträume” ist die Ausstellung, die bis zum 16. August zu sehen ist, überschrieben. Doch damit nicht genug, nahezu zeitgleich zeigt Seitz einen Teil seiner Arbeiten im Kreuzgang des Aachener Doms und im August Pieper Haus Aachen.

90 Exponate

Rund 90 Exponate, vom Entwurf oder Modell bis zur fertigen Scheibe oder Stele sowie einige Gemälde zeigt der Künstler allein in Linnich. Darunter sind eine ganze Reihe von Arbeiten, die er eigens für die Ausstellung fertigte, wie eine Glasstele für den Museumsvorplatz. „Kein Wesen endet im Nichts” - dieser Satz von Leonardo Da Vinci stand für dieses Kunstwerk Pate, das aus einem großen Tor mit einer Scheibe besteht. In dieser Scheibe ist je nach Standort des Betrachters ein Figurenschatten zu erkennen, der auftaucht und wieder geht.

In diesem Kunstwerk spiegelt sich auch ein Großteil der Anschauung und Motivation wieder, die Seitz in seinen Arbeiten zu verwirklichen sucht. So ist es vor allem das Licht, das ihn fasziniert. Er sieht nicht nur das Fenster oder Kunstobjekt sondern den Raum als Gesamtkunstwerk. Seine Arbeiten fangen das Licht nicht ein, sie setzten es frei und geben es an das Umfeld weiter. Durch ein spezielles von ihm entwickeltes Verfahren, bei dem Glas auf Glas laminiert wird, erreicht er einen zweidimensionalen Effekt.

Doch Seitz geht noch weiter. Indem er das Licht durch diese Arbeiten fallen lässt, wird er sogar vierdimensional. Er zieht das Umfeld, das was draußen ist, mit ein, und je nach Tages- oder Jahreszeit und Wetterverhältnissen verändert sich der gesamte Raum. „Die Arbeit mit Glas und Licht ist mein Versuch, dem Tod etwas entgegen zu setzen, nicht ihn auszuschalten. Es ist wichtig, der Schönheit einen Platz einzuräumen und der Dunkelheit nicht das Feld zu überlassen”, begründet er sein künstlerisches Engagement.

Neben dem Licht widmet Seitz der Farbe breiten Raum und scheut sich nicht davor, die rund 5000 Farben umfassende Glaspalette um weitere Töne zu bereichern. Ebenso erfindungsreich ist er, wenn es sich um die Verwendung der verschiedenen Techniken geht. Mal arbeitet er mit Bleiruten, mal wird geätzt oder mit Schwarzlot gearbeitet, mal verwendet er Siebdruck.

Sicherlich interessant ist auch ein Wandkreuz und eine Fensterfront, die er für das Katholisch-Soziale Institut in Bad Honnef entwarf. In die Fenster integrierte er Photovoltaikzellen, die wiederum LED-Leuchten speisen, die in das Wandkreuz eingelassen sind. Erst durch dieses Licht, ist das Kreuz als solches zu erkennen.

Sein jüngstes Projekt, das kurz nach der Ausstellungseröffnung in Linnich eingeweiht wird, befindet sich auf dem Vorplatz der Metropolitan Cathedral in Liverpool. Einige Glasstelen, die wie Fahnen wirken, stellen die Verbindung zwischen Stadt und Kirche her. Bei der großen Vielschichtigkeit, die Raphael Seitz an den Tag legt, war es für Dr. Myriam Wierschowski und ihr Team nicht einfach, einen Überblick über seine Arbeiten zusammen zu stellen, doch die Aufgabe ist wieder gut gelöst.
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