Spende für eine Gedenkstätte der anderen Art

Von: ptj
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Gemeinsam etwas Besonderes für Förderschüler tun zu können, verbindet: (V.l.) Konrektor Conrad Mertens, Herbstmarkt-Organisatorin Elisabeth Dahmen-Schmotz, Köchin Irmgard Herff und Theo Chojnowski, zuständig für die Verlosung am Markttag. Foto: Jagodzinska

Linnich. Einem wundervoll einfühlsamen Zweck kommt der Erlös von 1000 Euro aus dem 9. Rurdorfer Herbstmarkt zugute: Eine Gedenkstätte an verstorbene Mitschüler der LVR-Förderschule mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung soll im freundlichen Eingangsbereich der Schule ihren Platz finden.

Die in Linnich geborene Künstlerin Annette Etzel entwarf die ungewöhnliche, mit Briefschlitzen für die Trauerarbeit versehene Figur. Das ist sowohl für schwerst kranke Schüler wie für deren Umgebung wichtig. „Aha, wenn ich sterbe, passiert hier in der Schule etwas für mich“, so formulierte es Schulleiterin Ute Vogt-Blockhaus. Andererseits trösten sich die zurückbleibenden Kinder damit, über die Gedenkstätte mit dem verstorbenen Mitschüler in Verbindung bleiben zu können.

Für die Aktion zeichnet Konrektor Constantin Mertens verantwortlich. Er nahm Kontakt mit der in der Schweiz lebenden Künstlerin auf, begleitet das Projekt und nicht zuletzt den Transport aus der Schweiz. Dabei wird er von Steinmetz Bernd Etzel, dem Bruder der Künstlerin begleitet, der seinerseits noch einen Sockel für die Stätte sponsert.

Dabei handelt es sich um eine „Gedenkstätte“ der anderen Art: Die völlig asymetrische, auf der Farbe Blau basierende Figur verfügt über fünf Augen, die alle in eine andere Richtung schauen. Zwei blicken in die Zukunft und jeweils eine in Gegenwart, Vergangenheit und gen Himmel. An ihrer linken Seite sind metallene Engelsflügel zu sehen, an der anderen eine übergroße Hand. Annette Etzel akquiriert ihrerseits in der Schweiz weitere Spenden. Dabei sponsert sie die Hälfte der Kosten für die Gedenkstätte, die einen Wert von rund 10.000 Euro hat, indem sie auf Geschenke zu ihrem 50. Geburtstag verzichtet.

Sehr engagiert zeigen sich auch die Verantwortlichen des Rurdorfer Herbstmarktes, dessen Erlös stets einem gemeinnützig-karitativen Zweck zugeführt wird. In den vergangenen Jahren profitierte die Aachener „Hazienda Arche Noah“ vom Erlös, diesmal sollte er vor Ort ein Ziel finden.

Seit sich die Organisatoren mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit gewandt haben, zeigen sich die Marktbesucher großzügiger: „Da kommt jede Menge Geld zusammen“, betonte Irmgard Herff, zuständig für das leibliche Wohl am Markttag.

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