Spekulationen um Bauarbeiten und Panzerfahrzeuge am FZJ

Von: hfs.
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Dass Zwischenlager für die Ca
Dass Zwischenlager für die Castorbehälter im Forschungszentrum Jülich: Gleich vor der Tür laufen derzeit Bauarbeiten. Foto: hfs.

Jülich. Signifikante Veränderungen im Umfeld des atomaren Zwischenlagers auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich geben Anlass zu Spekulationen. Stehen die Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus bevor?

Diese Frage bewegt naturgemäß vor allem die Gegner der beantragten Atom-Tournee, über die nach Informationen unserer Zeitung das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) noch nicht endgültig befunden hat.

Dennoch: Die neuen Panzerfahrzeuge für das Sicherheitspersonal und auch eine Baumaßnahme in unmittelbarer Nähe der Halle, die unter anderem 152 gelbe Spezialbehälter mit hochradioaktivem Abfall beinhaltet, deuten die Transportgegner als Indizien dafür, dass es bald los geht. Das Forschungszentrum selbst, aber auch das NRW-Wirtschaftsministerium nennen freilich andere Motive: neue und verschärfte Sicherheitsauflagen sowie einen sanierungsbedürftigen Kanal.

Gleich neben dem Lager befindet sich eine ungewöhnlich breite Strecke, die von schwerem Gerät aufgerissen worden ist. Hier war zuvor ein vom Sicherheitsdienst genutzter „Wachweg” entlang des Zwischenlager-Außenzauns. Entsteht hier, wie der Redaktion zuge-ttragen wurde, eine „Castor-Straße” oder „-Rampe”, die den bequemen Abtransport der gefährlichen Ladung mit Spezialgefährten ermöglicht? Schließlich ist klar, dass bei einer positiven Entscheidung des BfS für die Verlagerung der Castoren von Jülich nach Ahaus der Transport auf der Straße dem auf der Schiene bevorzugt wird. Ein Sprecher des Zentrums entkräftet diese Gerüchte mit einer lapidaren Information: Die Baumaßnahmen dienten der Sanierung des Abwasserkanals. Dafür, so der Sprecher, musste der Weg erheblich verbreitert werden. Der Pfad werde nach Beendigung der Kanalsanierung in den Ursprungszustand zurückversetzt.

Warum aber werden im Forschungszentrum gepanzerte Fahrzeuge des Sicherheitsdienstes eingesetzt? Diese Frage steht seit der jüngsten Demonstration des Aktionsbündnisses „Stop Westcastor” im Raum. Auf der Kundgebung vor den Toren des Zentrums war das vom Sprecher der Initiative Siegfried Faust als Tatsache aus „sicherer Quelle” verkündet worden.

Wie von unserer Zeitung mehrfach berichtet, wurde der Einsatz der Gefährte vom FZJ bestätigt. Anne Rother hatte als Grund behördliche Vorgaben und verschärfte Sicherheitsbestimmungen angeführt. Diese Darstellung hat auf Anfrage auch die Aufsichtsbehörde in Düsseldorf bestätigt: „Der Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen gehört zu den Verschärfungen der Sicherheitsauflagen, die von uns als Aufsichtsbehörde - in enger Abstimmung mit dem Bund - am 9. Mai dem Forschungszentrum mitgeteilt wurden”, sagt Stefan Grönebaum, Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums.

Laut Anne Rother werden bereits seit 1996 wenige Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes zum Schutz des Zwischenlagers eingesetzt. Denen würden nun für ihre Arbeit auch gepanzerte Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.

Denn kerntechnische Anlagen zählten zu den am besten geschützten Industrieobjekten. Die Sicherungsmaßnahmen würden regelmäßig überprüft und derzeit „optimiert”, ergänzt Stefan Grönebaum vom NRW-Ministerium. Konkret werden wollte er aus Gründen der „Geheimhaltung” nicht.

Der Sinn von Panzerfahrzeugen, die meist nur von Kriminalämtern, Personenschützern und Polizei genutzt werden, erschließt sich ohne weiteres freilich nicht. „Solche Fahrzeuge dienen eigentlich dem Schutz der darin fahrenden Personen.

Warum diese Autos, die in der Regel um die 150.000 Euro pro Stück kosten, zur Bewachung von radioaktiven Behältnissen eingesetzt werden, darauf kann ich mir keinen Reim machen”, äußerte sich ein Mitarbeiter des Jülicher Security-Dienstes.
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