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Spannende Reise in die Vergangenheit

Von: ptj
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Leben verschiedener Epochen boomt: In der eisenzeitlichen Anlage in der Außenstelle wird die Mode der Germanen, Römer, Gallier und der Merowinger präsentiert. Foto: Jagodzinska

Höllen. Lange Schlangen vor den Toren der Außenstelle Höllen des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege deuteten bereits auf ein besonderes Ereignis hin: Den „Tag der Archäologie” - nunmehr in der 17. Auflage. Die Gäste warteten auf den Shuttlebus zum steinzeitlichen Gräberfeld im Tagebau Hambach. Acht Busse unternahmen an diesem Tag insgesamt 35 Fahrten dorthin.

Rund 1500 Besucher hatten zum Teil weite Wege zurückgelegt, um die fachkundig begleiteten Präsentationen neuester Funde und Arbeitsergebnisse in der Außenstelle zu sehen. Gestärkt wurden sie von der „Foccace” (ähnlich einer Pizza) aus dem Lehmkuppelofen oder der „Höllener Variante” des römischen Gerichts „Minvtal ex svo ivre” (Ragout im eigenen Saft).

Gleich am Morgen wurde Archäologe Dr. Jürgen Thißen umlagert, der die Funktionsweise einer Birkenpechdestille erläuterte, die vor 120.000 Jahren am Südrand von Altdorf existierte. Auf 83 von 136 untersuchten Werkzeugen, die unter sechs Metern Löß aus dem Birkenpechkeller gut erhalten geborgen wurden, hatte Thißen Birkenpechkleberspuren entdeckt, im Übrigen mit dem bloßen Auge erkennbar.

Gleich daneben legte Dario Schröder die Inhalte zweier original römischer Steinurnen frei. Eine barg Leichenbrand gleich mehrerer Verstorbener, nach Schröders Meinung „auch nicht die feine Art”.

Grabbeigaben aus unterschiedlichen Materialien fanden sich in der zweiten Urne, die Trennung der Inhalte war aus religiösen Gründen erfolgt. Zudem wurden die vier Teile der 2,80 Meter hohen Jupiter-Giganten-Säule aus dem Tagebau Inden bewundert sowie Funde aus dem steinzeitlichen Gräberfeld.

Zwischen archäologischen Fundstücken oder preiswerten Nachbildungen präsentierte sich die Archäobotanik der Universität zu Köln: Welche Früchte, Kräuter, Gewürze hielten zu römischer Zeit Einzug in die germanische Provinz?

Das meiste Gedränge herrschte in der eindrucksvollen eisenzeitlichen Hofanlage, wo das Leben früherer Epochen boomte: Lehmkuppelofen und Holzkohlenfeuer brannten. Es wurde im Tonkopf gekocht und Stoffe mit Naturfarben gefärbt. Hühner liefen begierig zwischen den Besuchern herum, um Essensreste zu ergattern. Kinder töpferten Nachbildungen antiker Gefäße und Figuren aus der Steinzeit.
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