Sonnenblumen schießen in den blauen Himmel

Von: Simone Dolfus
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Mit der Leiter an die Blüte: Im Garten von Karl Frey in Hambach stehen Sonnenblumen, die die stolze Größe von 3,80 Meter erreicht haben. Foto: Dolfus

Hambach. Karl Frey muss eine Leiter holen. Die stellt er, so gut es auf dem mit allerlei Pflanzen bewachsenen Untergrund eben geht, im Gemüsebeet auf. Ohne die Kletterhilfe kommt er nämlich nicht an die prächtigen Blüten der Sonnenblumen, die momentan im Garten seines Hauses üppig blühen. Sage und schreibe 3,80 Meter hoch sind die Pflanzen, botanisch Helianthus annuus, in diesem Jahr geworden.

Das findet Frey, ehemaliger Landtagsabgeordneter des Nordkreises Düren, rekordverdächtig: „Sie waren im letzten Jahr mit 2,40 Meter schon sehr groß. Aber in diesem Jahr hat die veränderte Witterung wohl das ihre zum Wachstum beigetragen.”

Denn künstlichen Dünger verwenden der 80-Jährige und seine Frau Edith in ihrem idyllischen Garten nicht. „Meine Frau hat im Mai den Samen gelegt, dann haben wir zwei Mal das Unkraut gehackt”, beschreibt er das Vorgehen. Frey geht davon aus, dass die mehrfache Folge von extremer Hitze und starkem Regen Grund für das enorme Wachstum ist.

Gedüngt wurde der Boden wie jedes Jahr mit Kompost und Pferdemist. Letzterer stammt vom mittlerweile 34-jährigen „Pyrop”, dem die Freys in Gedenken an seinen Besitzer - ihren verstorbenen Sohn - seit zehn Jahren das Gnadenbrot geben.

Auch auf Pyrops Weide kann Karl Frey feststellen, dass die Vegetation in diesem Sommer einen extremen Energieschub bekommen hat. Teilweise steht das saftige Grün fast einen halben Meter hoch. „Normalerweise hat er zu diesem Zeitpunkt die Wiese völlig kahlgefressen”, wundert sich der Ruheständler.

Er habe schon überlegt, das Gras zu Heu zu verarbeiten. „Aber ich denke, bis zum Herbst wird Pyrop es auch so abgefressen haben.” Und nicht nur das Pferd kann sich vor dem üppigen Pflanzenwuchs kaum retten. „Wir sind von Frühjahr bis Herbst immer Selbstversorger”, erzählt der Hobbygärtner. Bohnen, Salate und rote Beete lassen sich Freys in diesen Monaten schmecken.

Einmaleins des Pflanzenanbaus

Bei den Kartoffeln und Tomaten macht sich das extreme Wetter ebenfalls deutlich bemerkbar. Frey staunt: „Noch nie haben wir so gute Kartoffeln gehabt. Und das auch noch so früh!” Drei Wochen vor der Zeit habe er sie „ausgemacht”. Normalerweise sind die Knollen erst Mitte bis Ende Juli erntereif.

Dass ein besonders guter Boden Grund für die tollen Erträge ist, schließt der erfahrene Gärtner aus. „Hier oben in der Hambacher Hanglage sind die Böden nicht so gut. Unten am Wald in Richtung Selgersdorf sind sie wesentlich besser”, so Frey, dessen Vater Landwirt war und der ihm das kleine Einmaleins des Pflanzenanbaus beibrachte.

„Mein Vater war ein leidenschaftlicher Gärtner. Unser Garten in Altenburg damals war ein kleines Paradies”, schwelgt Karl Frey in seinen Erinnerungen. Und steht inmitten eines grünen Areals mit saftigem Rasen und leuchtenden Dahlien, das dem väterlichen Terrain gewiss in nichts nachsteht.
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