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Solarcity Jülich: Ausbau am Sonnenkraftwerk

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Der Solarturm in Jülich: Im nächsten Jahr soll ein Wärmespeicher neben ihm errichtet werden.
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Ein Versuchsreceiver schwebt auf die Forschungsplattform des Solarturms. Am Kraftwerk soll sich aber noch viel mehr tun. Foto: DLR

Jülich. Das wäre doch was: 365 Tage Sonnenschein pro Jahr in Jülich! Allerdings nicht unter freiem Himmel, sondern in einer Halle in der Nähe des Solarthermischen Kraftwerks. Insofern profitiert nicht unmittelbar die Bevölkerung vom schönen Wetter, sondern vorerst nur die Solarforschung. Die stärkste „künstliche Sonne“ der Welt jedenfalls soll hier gebaut werden.

Es wäre ein leuchtendes Beispiel für den Ausbau des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Jülich. Gut möglich ist zudem, dass man den Solarturm in naher Zukunft doppelt sieht, denn er soll einen „Zwilling“ bekommen.

Das ist zwar noch nicht sicher, aber durchaus wahrscheinlich. Wie Professor Bernhard Hoffschmidt auf Anfrage erklärte, haben die Ausbaupläne des Standortes in der Herzogstadt inzwischen einige Hürden genommen. Anfang dieser Woche hat der Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln die Pläne des DLR-Solarinstitutes abgesegnet – vorbehaltlich einer gesicherten Finanzierung durch Bundes- und Landesmittel. Zudem hat der Jülicher Stadtrat durch eine Bebauungsplanänderung die rechtlichen Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung des DLR-Standortes geschaffen.

Ganz ins Detail gehen die Planungen bislang noch nicht, so Hoffschmidt, Co-Direktor des Solarinstituts. „So viel kann ich sagen: Der Bau eines großen Sandspeichers steht kurz vor der Ausschreibung. Der wird kommen. Natürlich gibt es weitere Ausbaupläne. Über einen zweiten Turm haben wir auch intensiv nachgedacht, weil wir so die Gelegenheit bekommen, noch intensiver und schneller zu forschen, denn ein zweiter Turm würde mit mehreren weiteren Forschungsplattformen ausgestattet.“ Mit einem zweiten Turm möchten die Solarforscher vor allem Verfahren entwickeln, um mit Sonnenenergie Wasserstoff und weitere Brennstoffe – so genannte „Solar Fuels“ – zu erzeugen. Hier wäre dann auch Platz, um sich mit dem Betrieb einer neuentwickelten solarbetriebenen Gasturbine zu beschäftigen.

Seit dem Verkauf des Kraftwerks von den Stadtwerken Jülich an das DLR sind äußerlich noch keine großen Veränderungen festzustellen. „Wir haben die Forschungsebene mit einem großen Versuchsreceiver bestückt, das ist auf den ersten Blick nicht sichtbar, aber für die Forschungsarbeiten ein wichtiger Schritt. Zudem haben wir dort dauerhaft 15 Mitarbeiter beschäftigt“, berichtet Bernhard Hoffschmidt.

Der „Solar-Campus Jülich“

Die geplanten Forschungsmaßnahmen sind Bestandteil des „Solar-Campus Jülich“, auf dem die wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt und der Region Aachen künftig ihre Kräfte bündeln. Unmittelbar am Solarturm soll auch das Solarinstitut ein größeres Gebäude erhalten und dann neben den Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt auch die Experten des Solarinstitutes der Fachhochschule Aachen am Standort Jülich, des Forschungszentrums Jülich und später auch der RWTH Aachen aufnehmen. Kooperationsverträge wurden unterzeichnet.

Die Arbeit beschränkt sich dann natürlich nicht nur auf das Gebiet der Solarthermie, sondern auch auf die Eignung von Speichermedien und natürlich die Photovoltaik. Mittelfristig kann man also durchaus von der „Solarcity Jülich“ sprechen.

Das alles wird Investitionen in zweistelliger Millionen-Höhe erfordern. Es gibt noch einen Rest an „Mitgift“ von der einstigen schwarz-gelben Landesregierung. Fachminister Andreas Pinkwart hatte seinerzeit 27 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung gestellt. Hiervon sind nach Informationen unserer Zeitung noch rund 9 Millionen Euro übrig, mit denen der zweite Turm und die künstliche Sonne finanziert werden sollen. Weitere Mittel für das dann von mehreren Einrichtungen bestückte „neue“ Solarinstitut Jülich müssten von Bund und Land finanziert werden. Die grundsätzliche Bereitschaft zur Förderung bestehe, sagen Insider.

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