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So wird der Bruch im Kanal repariert

Von: hfs.
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Marek Janczek (l.) und Ramiro
Marek Janczek (l.) und Ramiro Spies zeigen in Jülich, wie mit einem Schlauchinliner ein Rohr repariert worden ist. So wird die „absolute Dichtigkeit im Kanalrohr” erreicht. Foto: hfs.

Jülich. „Hier fehlt ein Stück der Muffe, es ist herausgebrochen.” Auf dem Monitor ist die Bruchstelle im Steinzeug-Kanalrohr eines Hausanschlusses in Jülich zu sehen. Auch Reinhard Richert vom Tiefbauamt der Stadt Jülich wirft einen Blick auf den Monitor.

„Eindeutig, dies ist ein Fall für unsere beiden Spezialisten”, sagt er. Und überlässt es Ramiro Spies und Marek Janczak, den Bruch zu beheben, damit der Hauseigentümer die Bescheinigung für die Dichtigkeitsprüfung erhält.

Die Mitarbeiter einer Fachfirma aus Bitburg sind seit zehn Jahren im Geschäft und haben in der Branche einen guten Namen. So arbeiten sie denn auch für die Stadt Jülich und kontrollieren das Abwasserkanalnetz auf Schadstellen. Bei solchen Fahrten, so sagt Richert, wird dann auch festgestellt, ob ein Anschluss eines Privathaushaltes Macken hat. „Wir informieren dann den Eigentümer.”

Richart hat eine Sachekundeprüfung abgelegt, beim hiesigen Tiefbauamt ist er der Fachmann für die vom Land NRW geforderte Dichtigkeisprüfung und Ansprechparnter für Hauseigentümer. So schaute er denn auch vorbei, als sich Spies und Janczak auf der Karl-Theodor-Straße an die Arbeit machten. „Wichtig ist, dass man nur solche Firmen mit der Sanierung betraut, die auch die entsprechende Qualifikation haben”, unterstreicht Richert den eigentlich wichtigsten Aspekt der Gesetzesgebung. Die entsprechende Fachfirma zu finden, dabei hilft das hiesige Tiefbauamt. „Denn natürlich sollen die Bürger nur seriöse Angebote annehmen”, betont Richert.

Für der Reparatur kommen zwei Verfahren in Frage. „Wir können zum einen Schlauchliner einziehen, zum anderen sogenannte Glasfaserinliner”, beschreibt Ramiro Spies. Im ersten wird ein Filzschlauch in variabler Länge mit Druckluft in das defekte Kanalrohr des Hausanschlusses geblasen. Der wurde vorher mit flüssigem Harz getränkt, anschließend in Vakuum gewalzt, „damit es sich auch schön an das Kanalrohr anlegt”, so Marek Janczak. Dieses Verfahren bietet sich an, wenn längere Strecken bis zum öffentlichen Kanal zu bewältigen sind, denn die Fachleute arbeiten grundsätzlich in Fließrichtung der Abwässer.

Dass andere Inlinerverfahren kann genommen werden, wenn nur kurze Wege zurückgelegt werdenmüssen. „Denn wir arbeiten damit maximal bis zu fünf Meter”, so der polnische Facharbeiter. Mit einem sogenannten „Packer” wird die Glasfaser ins Kanalrohr, ebenfalls unter Druck, gestoßen. Kleinere Bruchstellen werden überlappend repariert. „Und beide Verfahren garantieren die Dichtigkeit, auch noch nach vielen Jahren.” Was, wie Richert betont, wichtig ist, „denn nach 20 Jahren muss man eine erneute Druckprüfung vorlegen.” So schreibt es die Landesbauordnung vor.

Ausgenommen davon sind lediglich die Bauherrn, die zwar vor Jahren gebaut, vor Bezug des Hauses aber eine Dichtigkeitsprüfung vorgenommen haben. Ein simples Verfahren, denn der defekte Hausanschluss wird mit Flüssigkeit gefüllt und dann kontrolliert, ob das Abwasserkanalsystem dicht ist. „Wenn dies von einem Architekten bescheinigt wurde oder wird, dann erkennen wir dies für die Dauer von 20 Jahren an”, sagt Richert.

Dass vor der Reparatur die Überprüfung des Hauskanalsystems mit der Kamera durchgeführt wird, dies ist für die beiden Experten aus Bitburg ein Muss. „Wir zeigen genau auf, wo was kaputt ist”, sagt Spies. Von dieser Kamerafahrt erhält der Hausbesitzer ein Video. Auf Anfrage auch das Tiefbauamt, „dass sich in manchen Fällen selbst per Video einen Überblick vom Zustand des Kanals verschafft”, sagt der Tiefbauamtler. Und was die Kostenfrage anbelangt, da legen Spies und Janczak die Karten offen auf den Tisch. „Unser Inlinersystem kostet pro Meter etwa 200 Euro.”
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