Siersdorf - Skulpturen der Siersdorfer Johanneskirche werden vermessen

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Skulpturen der Siersdorfer Johanneskirche werden vermessen

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
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Die Heilige Katrharina ist eine der acht bemerkenswerten Holzskulpturen der Johanneskirche. Foto: Zantis

Siersdorf. In einem wissenschaftlich als besonders wertvoll anzusehenden Beitrag zur Werktechnik befasst sich Diplom-Restaurator Marc Peez von ALV-Amt für Denkmalpflege Pulheim-Brauweiler auch mit den spätgotischen Skulpturen in der Siersdorfer Johanneskirche.

Neben dem Hochaltar aus der Herkunft Antwerpener Schnitzerkunst und dem bedeutsamen und einzigartig anzusehenden Lettnerbogen zählen an den einzelnen Chorsäulen auch acht Skulpturen zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken in der Ordenskirche.

In Zusammenarbeit mit Restauratoren des Kik-Irpa (Brüssel), des Stichting Restauratie Atelier Limburg und des Bonefanten-Museums in Maastricht wurden die Figuren 2010 vor Ort intensiv untersucht und fotografisch vermessen. Die wesentlichen Erkenntnisse dieser Analyse werden in einer ausführlichen Betrachtung und Werkanalyse in umfangreicher Darstellung der Kunsttechnik durch Restaurator Peez dokumentiert. Alle Bildwerke in der Johanneskirche sind aus regionaler Eiche hergestellt.

Kleinteilige Verarbeitung

In der Differenzierung für die schnitzerische Ausarbeitung der Siersdorfer Figuren richtet sich das Augenmerk vor allem auf die kleinteilige Verarbeitung der zierenden Bereiche wie Borten, Kopfbedeckungen, Haarschmuck und dergleichen. Die allermeisten kleinteiligen Elemente sind aus dem Block selbst geschnitzt. Einige Details sind vorgefertigt und angefügt. Äußerst charakteristisch für die dem so genannten „Meister von Elsloo“ zugeschriebenen Werke sind kleinere Details wie punktförmige Vertiefungen zur Ansicht für Grübchen. In Siersdorf finden sich diese Merkmale besonders ausgeprägt.

Die spätgotische Ausstattung der Siersdorfer Ordenskirche dürfte wohl schon spätestens 1535 fertig gestellt gewesen sein, da zu dieser Zeit laut einer auf der Kanzel datierten Inschrift die Renaissance Einzug in die Kirchenausstattungen hielt.

Nach Erkenntnissen aus den Nachforschungen könnte es sich bei den Stiftern der Kunstwerke um den Komtur Franz von Reuschenberg (1524-1547) oder doch eher um dessen Vorgänger Konrad von Reuschenberg, Komtur zwischen 1491 und 1522, handeln.

Der „Meister von Elsloo“ erhielt seinen Künstlernamen nach seinem Werk für eine Kirche im niederländischen Elsloo. Er war wohl zwischen 1524 und 1510 tätig. Seine Werke sind Beispiel traditioneller Heiligenverehrung in den Niederlanden.

Seine Werkstatt hatte der „Meister von Elsloo“ wohl in Roermond. Er hat seinen Stil an seine Schüler weiter gegeben. Daher ist sein Einfluss im Limburger Raum und den angrenzenden Regionen im Grenzland auch im ausgehenden Mittelalter zu finden, und es werden ihm viele Werke, auch in der niederrheinischen Sakralkunst, zugeschrieben.

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