Sinkende Einwohnerzahlen haben Folgen

Von: ng
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Jürgen F. Hake (l.) und Wolfgang Hommel vom Verein Stadtmarketing präsentieren die neue Eventwerbung. Foto: Gottfroh

Jülich. In den vergangenen Jahren wurden vom Verein Stadtmarketing Jülich einige Projekte und Maßnahmen angestoßen und manche umgesetzt. In der Buchhandlung Fischer stellten der Vorsitzende des Stadtmarketing-Vereins, Wolfgang Hommel, und sein Stellvertreter Jürgen F. Hake die neuesten Aktivitäten des Vereins vor und präsentierten die jüngsten Zahlen und Daten zur Stadtentwicklung.

„Der wichtigste Indikator für die Stadtentwicklung ist die Bevölkerungszahl. Diese Zahlen sind leider weiterhin negativ, die Bevölkerung Jülichs schrumpft”, so Hommel. Die Stadt Jülich hat seit 2002 etwa 2,5 Prozent der Einwohner verloren. „Die Entwicklung dieser Zahlen ist im vergangenen Jahr weder von der Politik, noch von der Verwaltung diskutiert worden. Sie werden einfach totgeschwiegen”, kritisiert der Vorsitzende. „Die Politik muss sich der Problematik bewusst werden, die mit dem Bevölkerungsrückgang verbunden ist. Denn gerade diese Zahlen wirken sich stark auf das Wirtschaftsleben der Herzogstadt aus.”

Deutlich wird der Rückgang, wenn man die Besucherzahlen der Stadt betrachtet, die sich tendenziell negativ entwickelten. „Die Zahl der Besucher lag im Jahr 2008 deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Diese Entwicklung ist bedenklich”, betont Hommel. Zwar zeigten die Zahlen, dass der durchschnittliche Jülicher eine relativ hohe Kaufkraft besitzt, doch gerade einmal 85 Prozent davon bleiben in der Einkaufsstadt Jülich. Der Herzogstadt liegt zentral zwischen Aachen, Köln und Düsseldorf. Diese Zentralität ist für das Kulturleben schön, auf das Wirtschaftsleben wirkt sie sich jedoch weniger positiv aus, denn in die Nachbarstädte fließt auch ein Großteil des Geldes der Jülicher.

Um die Stadt bekannter zu machen und Besucher anzuziehen, hat sich der Verein einige Marketingmaßnahmen einfallen lassen: Tafeln mit Terminankündigungen besonderer Veranstaltungen, die erstmals auch in den Forschungseinrichtungen, in der Sparkasse, im Krankenhaus und anderen besucherrelevanten Orten aufgehängt wurden, sind ein neuer Versuch, für Veranstaltungen zu werben. Eine weitere Marketingmaßnahme ist das Jülich-Lesezeichen als Massenwerbemedium. Das ist geeignet, auf Messen oder Veranstaltungen mit vielen Nicht-Jülichern auf Attraktionen der Herzogstadt hinzuweisen. In der Buchhandlung Fischer sind zudem Faltblätter erhältlich, auf denen die interessantesten Veranstaltungen aufgelistet sind.

Spannende Projekte

Auch mit spannenden Projekten möchte der Verein die Stadt attraktiver gestalten. So ist zum Beispiel eine Neuauflage des „Lichtprojekts” geplant. „Nach der positiven Resonanz auf die beleuchtete Propsteikirche wird demnächst die Mariensäule beleuchtet”, berichtet Hommel. Auch eine intensive Diskussion mit der Öffentlichkeit über die Stadtentwicklung wird forciert. So gibt es eine Fortsetzung des „Stadtgesprächs”, ein Kooperationsprojekt mit unserer Zeitung. Ebenfalls geplant sind Forschungsgespräche. Ziel ist es, dem interessierten Bürger der Forschungsstadt Jülich neueste Entwicklungen - zum Beispiel das Solarturm-Kraftwerk - näher zu bringen. Unter dem Titel „Jülich 2020” ist eine Podiumsdiskussion geplant.

Im Zentrum dieser Veranstaltung steht die Frage, wie sich die Stadt entwickeln muss, um auch in elf Jahren noch eine attraktive Einkaufsstadt zu sein. Es geht darum, spannende Perspektiven zu entwickeln. Interessant ist zum Beispiel das Thema Mobilität. So stellt sich die Frage, ob 2020 das Auto noch dieselbe Rolle spielt wie heute, was in der Stadtentwicklung zu berücksichtigen wäre. „Wir vermissen von den Parteien Perspektiven”, so Hake. „Darum holen wir uns zur Podiumsdiskussion externen Sachverstand, der Ideen und Anstößen geben kann.”

Wer Interesse hat, selbst im Verein Stadtmarketing mitzuwirken und seine Ideen einzubringen, der ist herzlich willkommen. „Wir können frische Köpfe und den Sachverstand aus verschiedensten Bereichen gebrauchen. Je lebendiger die Bewohner einer Stadt sind, um so attraktiver ist die Stadt selbst”, so Hommel.
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