Jülich - Silberjubiläum der Bücherbörse mit historischen Exponaten

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Silberjubiläum der Bücherbörse mit historischen Exponaten

Von: ptj
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„Die Jülicher Bücherbörse ist immer lohnenswert“, lautete nicht nur ein Besucherurteil. Die 25. Auflage der Veranstaltung fand im PZ der Zitadelle statt. Foto: Jagodzinska
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Herbert Hüpgen präsentiert das „Jülicher Correspondenz- und Wochenblatt“ von 1840.

Jülich. „Die Jülicher Bücherbörse ist immer lohnenswert, es sind immer Schätzchen dabei“, lobte Heimatbuchautorin Gerta Mojet die Veranstaltung des Jülicher Geschichtsvereins, die wieder in Zusammenarbeit mit dem Museum Zitadelle und dem Förderverein Stadtbücherei organisiert worden war.

Zum Silberjubiläum hatten sich passenderweise genau 25 Anbieter aus der Region im Pädagogischen Zentrum der Zitadelle eingefunden, um den eigenen Bestand zu vervollständigen und Doubletten in würdige Hände zu geben.

23 Jahre lang fand die Bücherbörse in der Schlosskapelle Platz, dann war man mit wachsender Ausstellerzahl ins PZ gezogen. „Im vergangenen Jahr ist die Börse hier gut angekommen, also sind wir hier geblieben“, begründete Geschichtsvereinsvorsitzender Guido von Büren die Ortswahl. Die Bandbreite der Exponate reichte von seltenen Postkarten und gerahmten Bildern über Heimatliteratur bis hin zu wertvollen Schätzchen. Das wohl teuerste Beispiel ist die in französischer Sprache verfasste Erstausgabe des Kunstbuchs „Art et le Beau“ (Die Kunst und das Schöne) mit künstlerischen Studien über die häufig sehr freizügig dargestellte Schönheit menschlicher Formen. Das Kunstbuch mit insgesamt 340 Fotos und Zeichnungen hat einen Wert von mehreren hundert Euro.

„Milde Gaben für Steinstraß“

Der Förderverein Stadtbücherei hatte es aus einem Nachlass erhalten und bot es für den Eigenbedarf verhältnismäßig günstig an. Strahlend präsentierte Herbert Hüpgen aus Lich-Steinstraß derweil ein „Jülicher Correspondenz- und Wochenblatt“ vom 18. April 1840. Hier wurde „zu milden Gaben für die Abgebrandten zu Steinstraß“ aufgerufen: Fünf Häuser mit Nebengebäuden und Stallungen waren einem Brandunglück zum Opfer gefallen und hatten die Einwohner von Steinstraß hart getroffen. Besonders zwei von ihnen, die in Ermangelung einer Versicherung obdachlos geworden waren.

Auch Artikel aus Holz und Porzellan waren im Jubiläumsangebot zu finden: Darunter zwei massiv hölzerne überdimensional große Spekulatius-Backformen. Sie sind allerdings nicht jahrzehntealt, sondern eine Handarbeit von Josef Merkens aus Welldorf. Daneben stand ein goldumrandeter Porzellanteller mit Windmühlenmotiv und einem Großbagger im Bildhintergrund in einem Holzständer. Thema war der „5. Internationale Zuckerlauf Ameln 1981. Ein Fundstück aus dem ersten Weltkrieg war hingegen ein Bilderbuch für Kinder mit Schwarz-Weiß-Il-lustrationen, ebenfalls in Frakturschrift: „Vater ist im Kriege“, herausgegeben von der Berliner „Kriegskinderspende deutscher Frauen“. Es klärte Kinder über die Gründe des Fernbleibens ihrer Väter auf, über Kriegsstrategien, Waffen, Sieg und Niederlage.

Nicht fehlen im Bücherbörsenangebot durften die Publikationen und Neuerscheinungen der lokalen Geschichtsvereine, von denen bereits einige nicht mehr zu bekommen sind. Ein Beispiel sind die Folgen 1, 2, 4 und 7 der insgesamt zehn Historetten-Ausgaben des Rödinger Geschichtsvereins.

Das Silberjubiläum krönte eine Autorenlesung: Michael Kuhn las zu Mittag im Südflügel der Zitadelle der aus seinem Historischen Roman „Marcellus, Graf von Arduena“, erschienen im Ammianus Verlag.

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