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Siersdorfer spülen jetzt über die Grenze ab

Von: Adi Zantis
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In der stillgelegten Kläranlage Siersdorf am Röttgenweg ist nur das neu errichtete Pumpenhaus (Mitte) als einziger Betriebspunkt übrig geblieben. Die Abwässer werden mit 85 Litern pro Sekunde über eine Fernleitung zur Großkläranlage nach Setterich transportiert. Foto: Zantis

Siersdorf-Baesweiler. Die vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER) entwickelte „Abwasserbehandlung Baesweiler-Aldenhoven” für den Anschluss der Kläranlagen Siersdorf und Freialdenhoven an das Großklärwerk Setterich ist abgeschlossen.

Seit einigen Monaten werden nun die Abwässer der Ortslagen Siersdorf (derzeit rund 85 Liter pro Sekunde) und Freialdenhoven (etwa 14 l/s) gemeinsam mit den Abwässern aus der Stadt Baesweiler (rund 326 l/s) in der modernisierten Kläranlage Baesweiler-Setterich gereinigt.

Wie WVER-Sprecher Marcus Seiler auf Anfrage erklärte, errichtete der Wasserverband vom Winter 2008 bis Ende 2009 an den Standorten Siersdorf und Freialdenhoven zwei leistungsfähige Pumpwerke. Gleichzeitig wurden die Druckleitungen mit einer Gesamtlänge von 6,4 Kilometern (Siersdorfer Leitung 2,6 und Freialdenhovener 3,8 km) von den jeweiligen Pumpstationen zur Kläranlage in Setterich verlegt.

Eine Teilstrecke der Siersdorfer Leitung konnte mit offener Baugrube ausgeführt werden. In diesem Bereich nahe der Bergehalde Emil Mayrisch vermutete man im Erdreich auch Hinweise auf den Verlauf der römischen Heerstraße „Via Belgica”. Daher wurden die Grabungen in Abstimmung mit fachkundigen Archäologen vom Landschaftsverband Rheinland vorgenommen, so dass Gelegenheit für eine Katalogisierung geboten war. Auf einer Breite von 3,50 Metern konnten die Bodenkundler in einer Tiefe von 2,20 Metern das freigelegte Erdreich gründlich erforschen.

Tatsächlich kam nach Abtragung des obersten Straßenbelags eine Trasse zum Vorschein, die sich in ihrem Ausbau nach sorgfältiger Untersuchung als römische Fernstraße erwies. Eine mächtige Kiesschicht mit einer Breite von fünf bis sieben Metern wurde beidseitig von einer 60 Zentimeter tiefen Sandaufschüttung begrenzt.

Die Vermutung geht dahin, dass die Sandbereiche in der Trockenzeit und die Kiesaufschüttungen eher in den Wintermonaten genutzt wurden. Als wertvolle Fundstücke konnten im Verlauf der Trassenführung Fragmente eines Topfes geborgen werden, die sich grob in das 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus datieren ließen. Ein weiteres Gefäß aus dem 4. bis 6. Jahrhundert wurde ebenfalls entdeckt. Die Funde wurden in Abstimmung mit der Gemeinde Aldenhoven dem Rheinischen Landesmuseum in Bonn übergeben.

Mit Fundstellen entlang der römischen Fernstraße dokumentieren sich immer wieder Orientierungspunkte der historischen Ost-West-Verbindung. Dr. Nora Andrikopoulus-Strack vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn spricht „von archäologischen Relikten, die wie mit einem Lineal gezogen” den Verlauf der römischen Fernstraße als militärische und wirtschaftliche Verbindung von Belgien über die Niederlande, den Aachener und Jülicher Raum bis nach Köln kennzeichnen.
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