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Sie sind keine Pfarrer in „Light-Version”

Von: gre
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Ralf Lüddens und Judith Cervigne sind die neuen Prädikanten in der Evangelischen Gemeinde Aldenhoven. Foto: Greven

Aldenhoven. Für die Evangelische Kirchengemeinde Aldenhoven ist der kommende Sonntag ein besonderer Tag. Außergewöhnlich ist dieser Tag aber vor allem für Judith Cervigne und Ralf Lüddens, die an diesem Tag im Mittelpunkt des Ordinationsgottesdienstes stehen.

Sie werden in dem um 15 Uhr beginnenden Gottesdienst im Beisein von Superintendent Jens Sannig und vielen Gästen zu Prädikanten ernannt.

Mit dabei sein werden in jedem Falle die Mentoren der beiden Prädikanten, Pfarrerin Susanne Bronner aus Ratheim-Gerderath für Judith Cervigne und Pfarrer Charles Cervigne für Ralf Lüddens. Sie werden den beiden neuen Prädikanten ein biblisches Votum mit auf den weiteren Lebensweg als Verkünder von Gottes Wort geben. „Ich bin nervös, wie vor einer Hochzeit”, so bedeutsam sieht Judith Cervigne ihre Ordination. Und Ralf Lüddens nickt dazu bestätigend.

Predigt ist Schwerpunkt

In der Predigt, der Verkündigung von Gottes Wort, liegt der Schwerpunkt der Aufgaben der Prädikanten. Sie dürfen auch den Gottesdienst mit Abendmahl feiern, das Sakrament der Taufe spenden, Trauungen vornehmen und bestatten. Ihnen ist es auch erlaubt, die Beichte abzunehmen. Dabei unterliegen sie - wie auch bei seelsorgerischen Gesprächen, um die sie gebeten werden - der Schweigepflicht.

Die Prädikanten dürfen im Wesentlichen alles das, was ein Pfarrer auch darf. Mit einem Unterschied: Der Pfarrer leitet die Gemeinde und ist Seelsorger. Er hat ein theologisch-wissenschaftliches Studium abgeschlossen. Aber auch die Prädikanten mussten eine zweijährige Ausbildung absolvieren. Dies geschah am Theologischen Zentrum in Wuppertal und im Evangelischen Fortbildungshaus in Nümbrecht. Um der Prädikantenfunktion ein höheres Gewicht zu geben, werden sie in der Rheinischen Landeskirche genau wie die Pfarrer ordiniert.

In der historischen Betrachtung waren es die Prädikanten, die im früheren Herzogtum Jülich-Kleve-Berg die Reformation von den Niederlanden aus in unsere Heimat gebracht und die evangelischen Gemeinden geleitet haben. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in der evangelischen Kirche Pfarrer eingesetzt.

Die ehrenamtlich tätigen Prädikanten sind „keine Pfarrer-light”. Die Evangelische Kirche legt Wert darauf, dass der Glaube „lebenstauglich” verbreitet wird, getreu dem Grundsatz des „Priestertums aller Gläubigen”. Deshalb soll es eben auch durch Laienprediger, durch Menschen, die Familie haben, die im Beruf stehen, verkündet werden.

Die Vita der beiden Prädikanten entspricht genau diesem Bild: Judith Cervigne, 43 Jahre alt, verheiratet, ist Mutter von fünf Kindern und nebenbei vielfältig ehrenamtlich in der Erwachsenenbildung und Familienbegleitung und ebenso praktizierend in der Ökumene tätig.

Ralf Lüddens, 37 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder, Presbyter, hat sich der Jugendarbeit verschrieben und leitet den Bautrupp der Kirchengemeinde, der für die Unterhaltung verschiedener Bauwerke und Einrichtungen zuständig ist. Beide werden in Zukunft zusammen mit Pfarrer Cervigne und Hermann Leisten, der vor einigen Jahren zum Prädikanten ordiniert wurde, das Wort Gottes verkünden.
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