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Seniorenheim gleich neben der Bürgerhalle?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Bunt und beliebt: Die Container sind eine „Hausnummer“ für die Koslarer Jugendlichen. Müssen sie bald weichen? Foto: Katharina Witt

Jülich/Koslar. Mittendrin statt nur dabei – diese Philosophie steht inzwischen hinter den meisten Neubauprojekten, die auf Senioren abzielen. Die in der Vergangenheit mitunter gewählten „Randlagen“ gehören definitiv der Vergangenheit an. Ob auch der Umkehrschluss richtig ist und Senioreneinrichtungen nun praktisch an den „Partymeilen“ errichtet werden müssen, steht auf einem anderen Blatt.

Den geplanten Standort einer Altenpflegeeinrichtung neben der Koslarer Bürgerhalle, in der oft und zünftig gefeiert wird, halten einige Kommunalpolitiker der Stadt für nicht ideal. Hinzu kommt: Die mit viel Herzblut auf Vordermann gebrachten und eingerichteten Jugend-Container, die sich großer Beliebtheit erfreuen, müssten wahrscheinlich weichen.

Das will der Jülicher Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport definitiv nicht. Auf Vorschlag der Vorsitzenden Elfie Sauer (Jül) gab das Gremium die Empfehlung: „Der Ausschuss will, dass der Standort der Container beibehalten und das Grundstück nicht vermarktet wird.“

Stattlicher Erlös

Nach Informationen unserer Zeitung gibt es einen Interessenten, der die heutige Grünfläche neben der Bürgerhalle von der Stadt kaufen will, um dort eine Altenpflegeeinrichtung zu bauen. In Rede steht ein möglicher Erlös von mehr als 200.000 Euro, die der schwindsüchtige Haushalt der Stadt natürlich nur zu gut gebrauchen könnte. Ob es zu einem Verkauf kommt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Die Politiker im Fachausschuss jedenfalls äußerten sich mehrheitlich skeptisch.

So fragte nicht nur die Koslarerin Ulrike Becker (Jül) nach der Vereinbarkeit einer stark frequentierten Bürgerhalle mit entsprechenden Lärmbelästigungen und einer Senioreneinrichtung in direkter Nachbarschaft. Außerdem: „Viele Menschen haben viel Herzblut in die Jugendcontainer gesteckt – und jetzt das. Ich verstehe das nicht.“ Marco Johnen (CDU) sieht den Investor in der Pflicht: „Der wird sich über das Problem sicher Gedanken gemacht haben und darf sich nachher auch nicht beschweren.“

Die Stadtverwaltung hatte das Problem erkannt und einen zweiteiligen Plan vorgeschlagen. Dezernentin Katarina Esser: „Die Container könnten von dem Bauprojekt tangiert sein. Sie erfreuen sich reger Nutzung. Die Koslarer Jugend sollte eine feste Anlaufstelle haben.“ Daher sei eine Option, einen Alternativstandort für die Container zu suchen. Im Ausschuss wurde aber deutlich, dass sich kein Standort derzeit aufdrängt und zudem die Versetzung der Container möglicherweise große Schäden verursacht, also technisch schwierig ist.

Der „Plan B“ der Verwaltung sieht deshalb vor, einen Jugendbus anzuschaffen, der dann eben auch in Koslar Station macht, aber nicht nur dort. Diese Idee löste mit Blick auf Koslar keine Jubelstürme aus. Harald Bleser (SPD): „Stationäre Jugendarbeit ist durch nichts zu ersetzen. Und wieso muss eine Alteneinrichtung ausgerechnet dorthin?“ Dr. Lutz Baumgarten (Grüne): „Koslar muss eine feste Anlaufstelle haben.“ Am Ende gab das Gremium die erwähnte Empfehlung ab: Die Container sollten bleiben, wo sie sind. Das letzte Wort haben aber Haupt- und Finanzausschuss und Stadtrat.

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