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Selgersdorf: Zeit der Holperpiste ist vorbei

Von: -vpu-
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Die Zeit der Baustraßen ist in Selgersdorf vorbei: Der Endausbau des Schneppruthweges mit Schwarzdecke, seitlichem Pflaster und Straßenbäumen stellt nicht nur SEG-Chef Frank Drewes zufrieden. Foto: Uerlings

Selgersdorf. Rein rechnerisch ist der Stadtteil Selgersdorf um rund 50 Einwohner größer geworden. Nach nicht ganz sechs Jahren hat die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Jülich nun das Baugebiet Schneppruthweg zu den Akten gelegt. Das ist für die Anwohner von Vorteil, denn es bedeutet, dass die Zeit der Holperpiste vorbei und der Straßenausbau beendet ist.

21 von 22 Baugrundstücken bei einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern sind verkauft, die letzte Fläche reserviert. Frank Drewes, Geschäftsführer der SEG, ist zufrieden. Die Maßnahme „war rentierlich”, hat also einen wenn auch nur leichten Überschuss eingebracht. Bei Grundstückspreisen von 99 Euro je Quadratmeter (voll erschlossen) wäre ein anderes Ergebnis auch überraschend.

Die Optik des Straßenendausbaus ist beispielhaft auch für andere Flächen: Gehwege in hochwertigem Pflaster und die Fahrbahn in Schwarzdecke sind auf gleichem Niveau. Ein paar Bäume gibt es natürlich auch, wobei deren Standorte mit den Grundstückseigentümern abgestimmt wurden. Die Zahl der Parkplätze ist nicht groß, aber den gesetzlichen Vorgaben entsprechend.

Der Schneppruthweg sieht aus wie das Musterbeispiel einer verkehrsberuhigten Straße und sorgt mit einem für Jülicher Verhältnisse außergewöhnlichen Tempolimit für Aufsehen: 20 km/h haben jedenfalls Seltenheitswert.

Die Vermarktung der Grundstücke ist nach den Erfahrungen von SEG-Chef Drewes stark von der wirtschaftlichen Großwetterlage beeinflusst gewesen. Das Wegfallen der Eigenheimzulage, die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Weltwirtschaftskrise sorgten zwei Jahre für Stagnation, die historisch niedrigen Zinsen zuletzt aber für eine stark gestiegene Nachfrage.

Das gelte so nicht nur für den Schneppruthweg, sondern das frühere „Sorgenkind” unter den Jülicher Baugebieten, die Lindenallee. „Auch hier haben wir jetzt wieder einige Grundstücke verkauft”, freut sich Frank Drewes. Der Endausbau sei auch hier in Sicht: „in diesem Jahr”.
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