Selbsthilfe in Eigenregie nach Sturmtief „Ela“

Von: hfs.
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Von dem gesammten Geld konnte nicht nur eine neue Bank angeschafft werden, sondern auch die Winterlinden, die der Holzweiler Straße bald wieder ihren alten Alleencharakter verleihen soll. Foto: hfs.

Jackerath. Der Pfingstmontag ist vielen Bewohnern im Altkreis Jülich noch gut in Erinnerung. Da wütete das Sturmtief „Ela“ und verursachte Schäden in die Millionen, entwurzelte oder fällte tausende Bäume. Betroffen war auch die Ortschaft Jackerath.

Die Anlieger der Holzweiler Straße mussten miterleben, wie die dort vor über 100 Jahren gepflanzten Linde ebenfalls ein Opfer von Ela wurden. Über den Verlust wurde jedoch nicht lange gejammert, man schritt zur Selbsthilfe.

„Ela hat die Nachbarschaft zusammengeschweißt“, sagte Hans van Dongen, Anwohner der Holzweiler Straße. Für ihn war schnell klar, dass die schwer getroffenen Bäume schnellstens ersetzt werden sollten. Nach dem Motto „Unser Dorf soll schön bleiben“ schritt er zur Tat. „Aber anders als sonst“, meinte er rückblickend, erfolgte nicht ein „Schrei an die Gemeinde“, sondern es wurde schnell ein Konzept erstellt.

Restgeld zurück an Spender

Innerhalb von nur drei Tagen sammelte er in der Nachbarschaft satte 2250 Euro ein. „Mit dieser Summe im Gepäck wurde dann ein Baumvorstand einberufen“, sagte er stolz. Der setzte sich dann mit der Gemeinde Titz in Verbindung, suchte Kontakt zu Baumschulen und wurde beim ortsansässigen Gärtner Hennig Skok fündig. Als Ersatz für die alten Linden entschied man sich, den kleineren Bruder „Winterlinde“ für die Ersatzpflanzung zu verwenden.

Wichtig bei der Realisierung des Projektes war besonders die Abstimmung mit den Strom-, Wasser- und Gasversorgern. Schließlich sollen die neuen Bäume bei ihrem Wachstum die Versorgungsleitungen nicht beeinträchtigen. „Auf der neu gestalteten Gartenbank unter einer der Linden wird ab jetzt von Jung und Alt geredet, jetzt weiß man wieder was hier los ist. Wir haben praktisch WhatsApp im Dorf“, scherzte Hans van Dongen.

Dass am Ende der ganzen Aktion fast die Hälfte des gesammelten Geldes zurückgegeben werden konnte, war für die Anwohner der Holzweiler Straße genauso erfreulich wie ihr Erlebnis, als das Straßenbild innerhalb kürzester Zeit wiederhergestellt wurde.

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