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Seit 35 Jahren Pfarrer in der Herzogstadt

Von: ptj
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Einer von noch fünf Priestern
Einer von noch fünf Priestern in einer Stadt, in der einmal 20 Pfarrer seelsorgerisch gewirkt haben: Dr. Peter Jöcken setzt sich für Gott und die Welt Foto: Jagodzinska

Jülich. Pfarrer Dr. Peter Jöcken wirkt am 19. September genau 35 Jahre in Jülich. 1976 war der 1964 geweihte Priester zunächst Pfarrer in Kirchberg und Studentenpfarrer an der FH-Abteilung Jülich, wo er ein Jahr später für 20 Semester Lehrbeauftragter für Religionswissenschaft wurde.

Die Zeiten haben sich geändert. „1977 waren 20 Priester in Jülich. Overbach hatte 13 Patres. Heute sind es fünf Priester inklusive Subsidiaren und drei oder vier Patres in Overbach”, sagt Jöcken. „Da muss man ja was tun, Kirche retten und Gemeinden zusammenlegen”, sagt der Geistliche, will aber das aktuelle Reizwort Fusion unbedingt umgehen. „Damals war auch keine heile Welt, ein Rückgang der Priester absehbar, aber kein Vergleich mit heute”, setzt er nach.

Bereits 1976 promovierte Jöcken in katholischer Theologie, im Fach „Altes Testament”, arbeitete in der Caritas, der katholischen Erwachsenenbildung und im Eheseminar in Jülich mit. Jahr für Jahr kamen neue Aufgaben und neue Pfarrverwaltungen hinzu. So baute Jöcken, der von 1981 bis ?91 Dechant in Jülich war, die Ökumene und die christlich-jüdische Zusammenarbeit mit auf und wurde Mitglied in zahlreichen lokalen Initiativen und vier überregionalen Vereinen.

Ganz nebenbei engagierte er sich in der Kirchenmusiker- und Sakristanausbildung. Seit neun Jahren ist er zudem ordentlicher Beichtvater bei den Karmelitinnen in Düren, seit einem Jahr baut der „Priester der Mitte” einen christlich-islamischen Gesprächskreis auf. „Mit der Tradition im Hintergrund in die Zukunft gehen” ist seine Maxime.

Er hat „kein Problem” mit der Beichte oder Messen in lateinischer Sprache, will aber keine Messfeiern im tridentinischen Ritus zelebrieren, wo Kleriker und der „minderwertige Laie” streng voneinander getrennt sind: „Wir haben für das Konzil gekämpft, das ist ein Rückschritt in die Vergangenheit”, sagt der 1938 in Krefeld geborene Priester, der den heutigen Papst Benedikt XVI zum Professor hatte, als er noch Joseph Ratzinger hieß. Jöcken bezeichnet sich hingegen als „Fan der Ostkirche”, zu der die Kirche in Deutschland gute Kontakte hat. Den Römischen Kragen kann er nicht vertragen: „Ich habe immer alles entzündet gehabt...”

Was ist seine liebste Aufgabe? „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in Kindergärten und Schulen, mit den Messdienern”, von denen im Übrigen drei Priester geworden sind. Freude bereiten ihm auch wissenschaftliche Arbeiten und seit jeher Liturgie und Gottesdienste. „Nie habe ich ernsthafte Lebensprobleme gehabt”, erklärt der Geistliche überzeugt.

Sein schlimmstes Erlebnis hatte Jöcken, als seine Hilfsbereitschaft in der Osterzeit 2002 von zwei Frauen aus Mönchengladbach bösartig ausgenutzt wurde, was ihn „viele Tausend Euro” kostete. „Ich habe daraus gelernt” sagt er schlicht. Er fühlt sich mit „Jülich und dem Jülicher Land, insbesondere Kirchberg und den anderen Gemeinden der Weggemeinschaft in Jülich Süd-West sehr eng verbunden. „Wenn Gott will” wird Dr. Peter Jöcken in drei Jahren sein Goldenes Priesterjubiläum feiern.
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