Sehenswertes Experiment in der Alten Weberei

Von: ptj
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Ausstellung in der Galerie Alte Weberei: Objekte verblüffen mit einer dreidimensionalen Körperwirkung, über die die Künstlerin Christine Kaul (rechts) sich gerne mit Besuchern austauscht. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Tonskulpturen von Petra Wolf, Installationen von Christine Kaul und Bilder von Peter Karge sind die Komponenten der Sommerausstellung in der Galerie „Alte Weberei“ in Rödingen. Mit der Ausstellung von Werken aus dem Nachlass des 2010 verstorbenen Malers Peter Karge startet die Galerie ein ehrgeiziges Projekt.

Galeristin Brigitte Habig erläutert: „Mit dem Tod eines Künstlers endet meist jegliche Ausstellungstätigkeit, seine Arbeiten werden verpackt und verlieren mit der Unsichtbarkeit ihre eigentliche Existenz.“ Um das Weiterleben der Bilder zu ermöglichen, werden die Bilder nun gezeigt und gegen eine geringe Schutzgebühr zum Kauf angeboten. Kunstliebhabern bietet sich so die seltene Möglichkeit, ihre Sammlung preiswert mit einem wertvollen Original zu bereichern.

Schwerpunkt der Arbeiten von Petra Wolf ist die Entdeckung ungewöhnlicher Ausdrucksvariationen die im Werkstoff Ton verborgen sind. Ungewöhnlich deshalb, weil ihre Werke oft durch ihre Erscheinungsform überraschen. Weg von der Kompaktheit zur sich scheinbar im Auflösungsprozess befindlichen ovalen Vasenform lockt ein Objekt den Betrachter zum wiederholten Hinschauen. Assoziationen an eine Kraterlandschaft eines fernen Planeten sind ebenso möglich wie die Annäherung an archaische Versteinerungen.

Es ist stets ein sehenswertes Ergebnis experimenteller Formgebung.

Mit zwei großflächigen Installationen aus der Serie „Raumblick“ von Christine Kaul gelingt es erneut, Aufsehen erregende Kunstwerke zu präsentieren. Einerseits gibt es nicht viele Locations wie die lichtdurchflutete Webereihalle, die solche Volumina verkraften und ihnen den Raum zur wirkungsvollen Entfaltung lassen, und anderseits bedarf es des mutigen Engagements einer Ausstellerin, derart interpretationswilligen Werken im ländlichen Raum Öffentlichkeit zu geben.

Die sympathische Künstlerin während des gemeinsamen „Begehens“ ihrer Installation, die man fortschreitend verändert wahrnimmt, in ein Gespräch über ihre Arbeitsweise und ihre künstlerischen Ambitionen zu verwickeln, ist ein Vergnügen für Kunstfreunde, die ein Werk nicht nur betrachten, sondern in Interaktion mit ihm treten möchten.

Die Ausstellung kann noch am 8. und 9. Juni jeweils von 15 bis 19 Uhr von Interessierten und Kunstliebhabern besucht werden.

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