„Science Slam“ feiert gelungene Premiere

Von: brit
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Die vier Premieren-Kandidaten des Science Slam nach getaner „Arbeit“: Tim Gronarz (v.l.), Tammarat Piansawan, Yulia Arinicheva und Wilko Rohls. Foto: B.Sylvester

Jülich. „Science Slam“ verhieß das große Schild am Kulturbahnhof. Was sich dahinter verbirgt? Um es kurz zu machen: Mehrere Wissenschaftler, in diesem Fall vier, bekommen ein paar Minuten Zeit, ihr Thema auf möglichst anschauliche Weise zu präsentieren. Am Ende bestimmt das Publikum einen Sieger.

Am Donnerstag stand der erste Jülicher Science Slam auf dem Programm. Die große Halle des KuBa platzte aus allen Nähten, die bereit stehenden Stühle reichten bei Weitem nicht aus, allen Besuchern Platz zu bieten. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Das Experiment ist auf ganzer Linie geglückt, die Zuschauer spendeten begeisterten Applaus.

Dr. Sebastian Bartoschek, selbst bühnenerprobter Slammer, führte gekonnt durch die rund anderthalb Stunden dauernde Veranstaltung und durfte am Ende einmal mehr zufrieden feststellen, wovon er ohnehin fest überzeugt ist: „Wissenschaft ist sexy!“

Den Anfang machte Tim Gronarz, seine Fachrichtung nennt sich „Computational Engeneering Science“. Im Gepäck hatte der Wissenschaftler jedoch eine Liebesgeschichte – mit eher ungewöhnlichen Protagonisten. Untermalt von einer gelungenen Präsentation erklärte Gronarz, was passiert, wenn sich ein Lichtstrahl, genannt Ray, in eine heiße schwarze Kohlenstoffpartikel-Dame namens Kohliette verliebt. Tammarat Piansawan hingegen verglich leichte und schwere Isotope mit eher schlanken und leicht übergewichtigen Mäusen. Dass diese nicht wirklich in der kompliziert anmutenden Apparatur im Forschungszentrum zuhause sind, war wohl jedem klar – anschaulich war der kurzweilige Vortrag in jedem Fall. Dabei bewies die Thailänderin komödiantisches Talent und erntete verdienten Beifall.

Yulia Arinicheva erläuterte, dass der Weg zum Herzen eines durchschnittlichen Romeos über seinen Magen führt. Im Topf der Chemikerin landen allerdings Monazite, eine Gesteinsart mit seltenen Eigenschaften. Folgerichtig gab es zum Hauptgang das langlebige Mineral als Abfallform. Ihr Geschäft ist es nämlich herauszufinden, wie man am besten radioaktivem Müll Herr wird. Als letzter im Bunde half Wilko Rohlfs dem verliebten Pärchen vom Anfang, das passende Zuhause zu finden: ein Kraftwerk. Neben den Möglichkeiten der CO2-Speicherung verteilte der Ingenieur noch ein paar politische Seitenhiebe zum Thema Herdprämie und der erfolglosen Suche nach dem verschwunden malayischen Flugzeug.

Pro Kandidat hatten die Zuschauer schließlich 90 Sekunden Zeit, eine Note zu vergeben. Das Rennen machte schließlich Yulia Arinichevan mit ihrem schwer verdaulichen Menü aus Steinen, Abfall und ein wenig Kunst.

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