Schwimmbad dümpelt weiter im Trüben

Von: -vpu-
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Jülich. Das Schwimmleistungszentrum ist der „Dauerbrenner” der Jülicher Politik - und bleibt es vorerst. In nichtöffentlicher Sitzung beriet der Stadtrat nach einem europaweiten Ausschreibungswettbewerb Modellrechnungen.

Hier ging es in erster Linie um die jährlichen Betriebskosten, die eigentlich laut einem früheren Ratsbeschluss auf 1,4 Millionen Euro gedeckelt werden sollen. Langfristig scheint der Betrag unter Einbeziehung u.a. der Inflationsrate nicht erreichbar.

Wie unsere Zeitung erfuhr, ging es um drei Szenarien, die auf 28 Jahre hochgerechnet wurden. Würde das Zentrum partnerschaftlich zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft („PPP-Modell”) realisiert, sei derzeit mit Gesamtbetriebskosten von 50,4 Millionen Euro (durchschnittlich 1,8 Millionen in 28 Jahren) zu rechnen.

Wollte die Stadt einen vergleichbaren „Schwimmtempel” allein realisieren, müsste sie 61 Millionen Euro (2,17 Millionen im Durchschnitt) bezahlen. Noch deutlich teurer wäre es, wenn sie das alte Hallenbad am jetzigen Standort erhielte und sanierte, war aus der Sitzung zu erfahren.

Auf den ersten Blick scheint die Bewertung einfach, auf den zweiten nicht: Rechtlich ist bei europaweiten Ausschreibungen vorgesehen, dass der den Zuschlag erhalten muss, der auch nur ein paar Euro unter dem Betrag liegt, den die Stadt allein aufbringen müsste. Es wäre also denkbar, dass das Schwimmleistungszentrum theoretisch für 50,4 Millionen Euro in 28 Jahren finanziert werden könnte, bei einer Ausschreibung aber letztlich jemand mit beispielsweise 60 Millionen Euro gewinnt. „Und das Risiko ist uns nach dem jetzigen Kenntnisstand zu groß”, sagte ein Kommunalpolitiker.

Außerdem seien den Unterlagen, die die Stadt von einer Kreisgesellschaft erhalten hat, nicht alle wichtigen Daten zu entnehmen - zum Beispiel ob die Varianten 1 und 2 exakt das gleiche Bauvolumen beinhalten.

Von daher möchte der Stadtrat - wie der Aufsichtsrat der Stadtwerke zuvor - vom Kreis die offenen Fragen beantwortet haben, bevor er sich imstande sieht, eine Entscheidung zu treffen.
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