Jülich - Schulkonzept: Luftleerer Raum verunsichert viele Eltern

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Schulkonzept: Luftleerer Raum verunsichert viele Eltern

Von: Volker Uerlings
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Jülich. Die Schullandschaft im Norden des Kreises Düren ist in der Diskussion. Allerdings geschieht das seit mehr als eineinhalb Jahren ohne erkennbares Ergebnis. Es wird sicher noch länger dauern, bis Vorschläge vorliegen.

Das verunsichert die Eltern, wie der Jülicher Fachausschuss am Donnerstagabend aus berufenem Mund zu hören bekam. Iris Pier, Vertreterin der Stadtelternschaft, erklärte unverblümt: „Es gibt tausend Gerüchte um die Schulen, auch in Jülich. Das verunsichert, und die Eltern weichen dann aus. Wir schaden dem eigenen Schulstandort durch einen luftleeren Raum.”

Welcher Standort im Jülicher Land ist auf Dauer gesichert, abgesehen von den Gymnasien? Wo gibt es Haupt-, wo gibt es Realschulen, die bleiben? Wo könnte eine Gesamtschule entstehen? Was ist mit der von der neuen Landesregierung propagierten Gemeinschaftsschule?

Diese Fragen stehen schon lange im Raum und sind durch dauerhaft sinkende Schülerzahlen begründet. Nach mehreren Treffen der Bürgermeister und Verwaltungsexperten aus dem Nordkreis hat sich diese Runde nun darauf verständigt, eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung für den gesamten Kreis Düren zu betreiben.

Damit kann sehr genau vorhergesagt werden, wieviele Kinder in Jülich, Linnich, Aldenhoven, Titz und Inden welche Schule besuchen. Zunächst müssen aber Daten gesammelt und gesichtet werden. Das dauert.

Unterdessen schafft die Nachbarschaft Fakten. Die Stadt Hückelhoven errichtet eine Gesamtschule, die von der Stadt Linnich als Gefahr für ihre Haupt- und Realschule betrachtet wird. Auch die Stadtelternschaft Jülich sieht das mit Sorge. Cornel Kranen: „Hoffentlich überholt uns nicht der Zeitdruck. Der Prozess hier ist viel zu langsam!”

Die Forderung der Eltern-Lobby lautet: die aktuellen Schülerzahlen ermitteln und bekannt machen, daraus eine Ist-Karte für 2010 und eine Perspektiv-Karte für 2015 zu erstellen - bis zur ersten Ausschusssitzung 2011.

Lambert Schmitz und Kathleen Lorscheid-Kratz (CDU) zeigen Verständnis für die kreisweite Lösung und dafür, dass bei diesem „sensiblen Thema” zunächst eine verlässliche Datenbasis geschaffen werden müsse. Ansgar Kieven (SPD) hegt die Befürchtung, dass die „Bildungsdiskussion bis 2011 als Verschlusssache betrachtet wird”.

Das sei „mitnichten vorgesehen” entgegnete Dezernentin Katarina Esser bei ihre „Premiere” in dieser Position im Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport. Alle Kommunen hätten sich auf den Schulentwicklungsplan auf Kreisebene verständigt. Die Einbindung in die weitere Debatte sei „natürlich vorgesehen”.

Die Stadt Jülich wartet also weiter ab.
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