Titz - Schüller und Frantzen im Fokus von gut 200 Leuten

Schüller und Frantzen im Fokus von gut 200 Leuten

Von: Antonius Wolters
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Herausforderer Fred Schüller, die beiden Moderatoren Helmut Schiffer und Volker Uerlings sowie Bürgermeister Jürgen Frantzen beim Diskussionsabend auf dem Podium. Foto: Jagodzinska
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Fragen stellen durften die Bürger auch bei der Talkveranstaltung in der Hauptschul-Aula. Foto: Jagodzinska
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Zum Schluss ein Händedruck: Herzlichkeit war Trumpf beim wenig kon-troversen Rede-Duell um das Bürgermeisteramt in Titz. Foto: Jagodzinska

Titz. Die Frage, wer am 25. Mai zum Titzer Bürgermeister gewählt wird, vermochte die Diskussionsrunde unserer Zeitung am Dienstag in der Aula der Hauptschule Titz zwar nicht zu beantworten, aber die gut 200 Besucher hatten beim Rede-Duell von Bürgermeister Jürgen Frantzen (CDU) und Herausforderer Fred Schüller (SPD) ausreichend Gelegenheit, deren Pläne und Standpunkte einzuschätzen.

 Zudem bestand bei der von Volker Uerlings und Helmut Schiffer moderierten Veranstaltung noch die Chance, beiden Bewerbern mit Fragen auf den Zahn zu fühlen.

Rasch einig waren sich die Pro-tagonisten in der Ablehnung der geplanten Kartbahn an der Sophienhöhe, die zwar auf dem Gebiet der Gemeinde Niederzier entstehen soll, aber insbesondere bei den Bürgern in Rödingen und Elsdorf höchst umstritten ist. „Wir versuchen, das Ding zu verhindern“, sagte Fred Schüller, während Jürgen Frantzen froh ist, dass es kein kommunales Planungsverfahren mehr ist, sondern der Regionalrat entscheidet. Damit liege der Ball in Köln.

Er warnte zudem davor, den von Niederzier favorisierten Standort schon abzuschreiben: „Die Kuh ist noch nicht vom Eis.“ Zudem klopfte sich der Amtsinhaber an die eigene Brust, was sein Verhalten betrifft, bevor die Diskussion des Projektes aufflammte: „Ich hätte transparenter sein können.“ Auf die Frage aus dem Publikum, was er von der „Bergwelt Sophienhöhe“ hält, antwortete der 51-Jährige, dass die Bergwelt derzeit noch ein Baukasten mit Projektideen sei, die man im Einzelnen prüfen müsse. In dem Naherholungsgebiet wolle er aber „keinen Rummelplatz“. Fred Schüller würde sich zur Erreichbarkeit der Sophienhöhe eine bessere Beschilderung wünschen.

Zusammenarbeit ausbauen

Bekanntlich war der SPD-Bewerber Schüller bereits 2009 gegen Frantzen angetreten. Während der 46-Jährige vor fünf Jahren noch den Rückhalt aus den eigenen Reihen vermisste, ist er nun stolz, dass die Titzer SPD voll hinter ihm stehe. Als Bürgermeister würde er versuchen, eigene Ideen wie ein Nahkauf-Angebot nach Vorbild des Barmener Dorv-Zentrums oder seniorengerechtes Wohnen in der Gemeinde umzusetzen, Vorhandenes auszubauen und die interkommunale Zusammenarbeit auszubauen. Als Beispiel nannte er die Zusammenlegung von Bauhöfen an einem zentralen Standort. „Das Kirchturmdenken muss weg“, gelte es, auch die Kooperation innerhalb der Gemeinde zu stärken.

„Nicht nur verwalten, sondern auch gestalten“, möchte Jürgen Frantzen, nachdem er unter anderem mit intelligentem Konsolidieren das Fundament geschaffen hat, nun mit dem Ausbau der Gemeinde beginnen. Der Bürgermeister geht das Risiko ein, sich vorzeitig zur Wahl zu stellen, weil er sich durch die mutmaßlich höhere Wahlbeteiligung eine breitere Legitimation erhofft und einen anderthalbjährigen Stillstand zwischen Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl vermeiden möchte. Zwar sei ihm bislang keine mangelnde Präsenz vorgeworfen worden, gleichwohl ließ Frantzen anklingen, dass er in den nächsten Jahren ins Gemeindegebiet ziehen will, so sich ein geeignetes Grundstück finden lässt.

Einig sind sich Bürgermeister und Herausforderer, dass die Kommunen finanziell entlastet gehören. „Wir bräuchten mehr Geld, um handlungsaktiv zu bleiben“, sagte Fred Schüller, der dabei auch den Bund in der Verantwortung sieht. „Die Bettdecke ist zu kurz“, sieht Jürgen Frantzen insbesondere die Kommunen im ländlichen Raum im Nachteil und warnt gleichzeitig: „Die Schuldenbremse greift 2020 auch bei uns.“

Von Einigkeit geprägt

Gemeinsam kämpfen Schüller und Frantzen auch gegen den Entwurf des neuen Landesentwicklungsplanes, der kleinen Orten jedwede Entwicklungsmöglichkeit abspricht. Eine Folge ist, dass neue Baugebiete nicht mehr auf der grünen Wiese geplant, sondern dafür innerörtliche Flächen reaktiviert werden. So möchte Fred Schüller die Bürger animieren und motivieren, jeden Ort für sich zu gestalten. Jürgen Frantzen stellt sich vor, dass Jackerath ein Modell für diese Art der Dorfentwicklung sein könnte. Teil dieser Überlegungen ist auch die Schaffung barrierefreier Wohnungen für Senioren. Der Bürgermeister hatte für entsprechende Projekte in Titz und Hasselsweiler potenzielle Investoren an der Hand, während der Herausforderer mit einem Projektentwickler für Rödingen im Gespräch ist.

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