Schüler treffen den Geschmack des Publikums

Von: ng
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Wer nicht gehorcht, der spürt den Zorn des Göttervaters. Zeus (rechts) rät dem schönen Adonis (links) eindringlich zu einem Date mit der Liebesgöttin Aphrodite. Foto: Gottfroh

Jülich. Hinter der Bühne und im Foyer der Stadthalle wuseln Nymphen, Götter und Götterboten geschäftig herum: Die Aufregung vor der großen Premiere des Theaterstücks „Mein Gott, Zeus!” ist bei den meisten Schülern des Literaturkurses der Zitadelle groß.

Viele gehen gedanklich noch einmal ihren Text durch. Als sich wenige Augenblicke später der Vorhang über der Bühne hebt, scheint die Aufregung jedoch wie weggeblasen. Im Licht der Scheinwerfer ist kein Platz mehr für Nervosität.

Jedes Mitglied der Theatergruppe konzentriert sich auf seine Rolle und darauf, das Publikum zu unterhalten. Schnell haben die Akteure auf der Bühne die Zuschauer um den kleinen Finger gewickelt - nach wenigen Minuten bricht zum ersten Mal kollektives Gelächter in der Stadthalle aus als Dionysos lallend und singend über die Bühne läuft. Die Flasche Wein in seiner Hand ist - wie sollte es auch anders sein - fast leer. Zeus, der höchste griechische Gott sieht dieses Verhalten nicht gerne. „Im Leben zählt nicht nur Gesang und Wein - sondern auch Weib.” Dadurch zeigt Zeus, was ihm zum Zeitvertreib auf dem Olymp besonders wichtig ist: die Frauen.

Was die Literaturschüler der 12. Jahrgangsstufe der Zitadelle in der Stadthalle auf die Bühne brachten, traf den Geschmack des Publikums. Die Schüler präsentierten den Zuschauern Jürgen Sprenzigers Komödie „Mein Gott, Zeus!”, eine moderne Satire auf die griechische Mythologie, die nicht allzu ernst genommen werden sollte, frei nach dem Motto: Ein Gott ist eben auch nur ein Mensch und ein Halbgott sowieso.

Kursleiterin Sigrid Albers formulierte den Inhalt des Stücks im Vorfeld folgendermaßen: „Es geht um die Probleme, Sorgen und Nöte der Götter, um die Pubertät, eine eifersüchtige Ehefrau und natürlich die Liebe.”

Alexander von der Benken verkörperte den Protagonisten Zeus vor der Pause und begeisterte in seiner Rolle die Anwesenden im Saal. Anschließend schlüpfte Felix Hager in Rauschebart und Toga, um den Zeus zu mimen. Beide verkörperten den Göttervater und Frauenhelden, der sich mit seinen zahlreichen Kindern, dem Liebesfrust der Göttin Aphrodite, der eifersüchtigen Ehefrau Hera und seinem Bruder Hades, dem Gott der Unterwelt, herumplagen muss, auf eine ganz charmante und witzige Weise. Auch Vera Sauer und Christin Mergelmeyer-Wilhelm verkörperten die Rolle der ständig leicht genervten und überaus eifersüchtigen Göttin Hera glaubwürdig. Die Ehefrau des Zeus kam vor allem richtig in Fahrt, als sie einen Schönheitswettbewerb gegen Pallas Athene und Aphrodite verlor. Letztere, die Göttin der Liebe, die von Claudia Krause gespielt wurde, hatte ein Auge auf Adonis (Jerome Stubenrauch) geworfen, der aber „mit der 12.000 Jahre alten Schachtel” nur wenig anfangen konnte.

Nicht nur die Protagonisten, auch die Darsteller der Nebenrollen lieferten eine glänzende Leistung ab: So war die Nachrichtensendung „Olymp Aktuell” mit Hermes (Leonie Latour) und Hermes Azubi (Lisa Engels) immer einen Lacher wert.

Die Schüler hatten jede Menge Zeit und Energie in die Umsetzung des Stücks gesetzt. Die literarische Vorlage wurde von den Schülern während des Produktionsprozesses ein wenig modernisiert - beispielsweise klang die Sprache, die sie an diesem Theaterabend verwendeten, ein wenig „flapsiger” als in der Vorlage. Auch akustische Elemente, die Jedermann aus Film und Fernsehen bekannt waren, arbeiteten sie in ihr Stück ein.

Nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne haben die Schüler jede Menge Einsatz gezeigt: Kulisse, Organisation, Technik, Maske, Kostüm und Programmhefte und Plakate zeugten davon.

„Das Fach Literatur ist an der Zitadelle überaus beliebt. 130 Schüler haben in diesem Jahr das Fach gewählt. Vier Theaterproduktionen haben die Schüler vorbereitet. Uns erwartet in diesem Jahr ein regelrechter Literatur-Marathon”, freut sich Schulleiter Karl-Heinz Kreiner auf die kommenden Vorstellungen.
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