Schnelles DSL startet in drei Monaten

Von: ptj
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Symbolischer Spatenstich mit Verwaltung, Anbieter und ausführenden Bauunternehmen nahe der geplanten Leerrohrtrasse: In etwa drei Wochen werden die Bagger der kooperierenden Betriebe Schlun und Gottschalk mit den Arbeiten beginnen. Foto: Jagodzinska

Titz. Einen Skandal nennt der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen die Tatsache „dass Menschen im ländlichen Raum am Rande stehen, weil sie mit einem veralteten Modem ins Netz gehen müssen”. Das ist in der Flächengemeinde Titz noch im Norden und Nordwesten der Fall.

Um das Internet als „größtes Bildungsmedium” baldmöglichst allen Nutzern in ausreichender Schnellligkeit zur Verfügung stellen zu können, stand schon vor geraumer Zeit eine Datenerhebung auf dem Plan. Nach „eindeutiger Positionierung des Rates” für die Verlegung eines breiten Leerrohrnetzes gingen Frantzen & Co „diskriminierungsfrei” auf Anbietersuche. Da der größte Versorger laut Frantzen aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten von der Auftragsannahme absah, wurde die Verwaltungsspitze bei dem „bemerkenswerten regionalen Anbieter” Soco Network Solutions in Düren fündig.

Die Soco Net verlegt 40.000 Meter Leerrohr in 19 Orten, davon 7500 Meter in der Gemeinde Titz. Die Kommune investiert laut Bürgermeister „im größten Umfang im gesamten Kreisgebiet aus den Mitteln ihres Konjunkturpaketes ins Breitband” und wird daher auch Nutznießer der meisten Mittel aus dem Konjunkturpaket des Kreises Düren, der die Summe verdoppelt.

Laut Michael Müller vom Bauamt Titz betragen die Kosten für das gesamte Leerrohrnetz 390.000 Euro. Davon fließen 185.000 Euro aus den Konjunkturpaketmitteln der Gemeinde ein und 10.000 Euro aus eigenen Mitteln. Diese Summe co-finanziert der Kreis mit ebenfalls 195.000 Euro. 70.000 Euro wurden bereits im Vorfeld dort investiert, wo bei vorab geplanten Baumaßnahmen bereits Leerrohre gelegt wurden. Beispiele sind die Kaiserstraße in Höllen und ein Straßenzug in Opherten.

322.000 Euro sind für die Maßnahme anberaumt, für die nun der symbolische Spatenstich erfolgte. Start ist in den nächsten drei Wochen, in weiteren drei Monaten sollte das Netz bereits zur Verfügung stehen. Grob geschätzt kann Hasselsweiler bereits im Sommer vom schnelleren Internet profitieren, die übrigen Ortschaften, bedingt durch die Umbaumaßnahme der Kreisstraße 5 durch den Kreis erst im kommenden Winter. Vom Hauptverteiler in der Meerhofstraße in Ameln erfolgt die Verlegung durchs Feld nach Hasselsweiler, von dort aus nach Gevelsdorf und Müntz.

Verlegt wird laut Stephan Fuß, Geschäftsführer der Soco Net, je nach Untergrund in drei klassischen Verfahren: Einpflügen, Eingraben und nach dem „Spülbohrverfahren” unter der Oberfläche. Glasfaserkabel, die in die Leerrohre eingeblasen werden, ermöglichen das schnelle DSL. Das ist der Unterschied zu heute: Die alten Kupferkabel führen mit zunehmener Länge zu einer langsamen Übertragung des DSL-Signals.

Klimatisierte Technikstandorte in den einzelnen Ortschaften konzentrieren sich auf die Versorgung der innerortlichen Straßen. Ausführende Bauunternehmen sind die beiden Betriebe Schlun und Gottschalk.
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