Radarfallen Blitzen Freisteller

Schleidener Stolleneinbruch: Wer bezahlt die Schäden?

Von: gre
Letzte Aktualisierung:
6086963.jpg
In Schleiden trafen sich die durch den Stolleneinbruch Geschädigten mit Hans Martin Steins (Kreis) und dem Geologen von Reis (M.). Foto: Greven

Schleiden. In einem „Stehkonvent“ über dem rückwärtigen Ausgang des ehemaligen Luftschutzstollens am Ende der Siersdorfer Straße wurde der „Runde Tisch“ in Schleiden fortgesetzt. Er hatte sich erst kürzlich mit der Schadensbeseitigung an den vor Wochen aufgetretenen Folgen der 1943/44 geschaffenen Schutzeinrichtung befasst.

Grund für diese Besprechung der Betroffenen war die jüngste Aussage des Kreises Düren, dass sich der Kreis nicht als endgültiger Kostenträger sieht, sondern darum bemüht sei, diesen zu ermitteln.

Der Vertreter der Geschädigten, Rechtsanwalt Markus Mingers, sprach von „einer Rolle rückwärts“, weil Landrat Wolfgang Spelthahn am „Runden Tisch“ die Aussage gemacht habe, dass die Bürger nicht allein gelassen und nicht zur Kasse gebeten würden. Nun sei vom Kreis Düren Rechtsanwalt Hein mit der Prüfung der Rechtslage beauftragt worden. Die Geschädigten sähen sich jetzt gewissermaßen in einer „Kostenfalle“. Auch wähnt Mingers die Gefahr, dass nach einer Verfüllung des Stollens die Ermittlung etwaiger Folgekosten problematisch sei. Er sah die Geschädigten nach der Verfüllung in „Beweisnot“.

Hans Martin Steins als Vertreter des in Urlaub befindlichen Landrats, der auch am „Runden Tisch“ teilgenommen hatte, relativierte die Aussage des Landrates dahingehend, dass der Kreis „in Vorlage trete“ und in jedem Falle behilflich sei, den endgültigen Kostenträger zu ermitteln. Für den Kreis sei es vordergründig um die Beseitigung der durch die Einbrüche entstandenen konkreten Gefahr gegangen. Der Landrat hätte seine Kompetenzen überschritten, wenn er eine solche Zusicherung ohne vorherige Klärung der Verantwortlichkeit zu Lasten der Steuerzahler gegeben hätte.

Die Kritik der Betroffenen richtete sich letztlich gegen die Eigenschadensversicherung, den Versicherungsverband für Gemeinden und Gemeindeverbände, dem der Schaden dem Vernehmen nach gemeldet worden sei. Man habe erwartet, dass deren Sachverständige die Schäden schnellstens in Augenschein nehmen. Nun müssten die Betroffenen möglicherweise selbst einen Sachverständigen beauftragen.

Geologe Harald von Reis, der die Schadensbeseitigung von den Sondierungsbohrungen bis zur endgültigen Verfüllung begleitet, beschwichtigte und betonte, dass die Schadensaufnahme und die Ermittlung der Folgekosten auch im Nachhinein möglich seien. Hans Martin Steins versprach, sich beim Versicherungsverband für ein schnellstmögliches Tätigwerden einzusetzen. Außerdem werde er die juristischen Untersuchungen forcieren. Steins und von Reis empfahlen den Geschädigten, alle Schäden akribisch aufzulisten und fotografisch zu belegen.

Auf Bitten der Betroffenen soll nach Rückkehr des Landrats aus dem Urlaub der „Runde Tisch“ abermals tagen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert