Jülich/Titz - Schlägerei auf Titzer Kirmes vor Gericht

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Schlägerei auf Titzer Kirmes vor Gericht

Von: gep
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Jülich/Titz. Wegen angeblicher „Anschwärzerei” etwa beim Ordnungsamt und beim Finanzamt hatte sich ein Schausteller-Clan aus dem Kreis Heinsberg verkracht. Im September 2011 kam es auf der Titzer Kirmes zum Showdown: Es flogen die Fäuste.

Wegen Körperverletzung in drei Fällen, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung musste sich H.-J. R. (49) aus Hückelhoven vor dem Amtsgericht Jülich verantworten. Das Verfahren wurde am Montag nach Paragraph 153a der Strafprozessordnung gegen Zahlung eines Schmerzensgelds von 500 Euro in fünf Raten eingestellt. Es war - nach einem Verfahren in Erkelenz - „die zweite Runde” (Verteidgung) in diesem Clan-Krach.

Wie der Angeklagte darlegte, wollte er mit seinen Bruder E. die Angelegenheit vor dem Titzer Festzelt klären. Doch er sei an dessen Frau E. (52) aus Geilenkirchen geraten. Die Situation eskalierte. E. habe ihm einen Kinnhaken verpasst und „voll in den Bauch gehauen”, dabei habe er sich doch erst im Februar einer schweren Darmoperation unterziehen müssen. Er habe sich in den offenen Kofferraum eines Autos setzen müssen, „ich konnte kaum noch stehen”. Dann sei die Mutter seines Bruders, R. R. (64) aus Geilenkirchen, von hinten hinzu gekommen, die bei der Rangelei „auf den Hintern gefallen” sei.

Seine Schwägerin E. R. sagte dagegen aus, H.-J. habe „herumgebrüllt”, sie herumgeschubst, bedroht („Ich mach euch fertig”), angekündigt, sie zu bepinkeln, und ihr schließlich die Heckklappe mehrmals auf den Kopf gedonnert. Da habe sie „die Faust geballt und ihm eine geknallt” und vermutlich am Kinn getroffen. Ihre Schwiegermutter R. R. sei „richtig böse” auf dem Kirmesplatz angekommen, habe ihre Schwiegertochter angepöbelt, geschlagen und „den Kofferraumdeckel auf den Rücken gehauen”.

E. gab an, dass ihr Rücken „grün und blau” gewesen sein. R., die an Osteoporose leidet, sagte aus, dass ihr Handgelenk gebrochen worden sei und ihr Steißbein stark geprellt worden sei. Beide Frauen verwiesen darauf, dass Schaustellerkollegen, die als Zeugen hätten aussagen können, von H.-J. eingeschüchtert worden seien. Den Vorfall beobachtet hätten auch polnische „Feldwachen” und Kinder.

Strafrichterin Claudia Wolny konnte es sich aber „beim besten Willen nicht vorstellen”, dass die Polizei diese nicht vernommen hätte, wenn sie Zeugen der Schlägerei gewesen seien. Und so endete der Strafprozess mit der Einstellung des Verfahrens und 500 Euro Schmerzensgeld für E., die aber weiterhin zivilrechtlich klagen kann. „Frieden”, meinte sie, „wird es nie mehr geben”.
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