Jülich - Schirmerschule und Stadthalle abreißen?

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Schirmerschule und Stadthalle abreißen?

Von: Volker Uerlings
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Sahnestück in der City: Stadthalle und Schirmerschule könnten abgerissen werden, um ein neues Wohnquartier zu schaffen. Foto: Uerlings

Jülich. Die Kommunalpolitiker der Stadt stehen vor der nächsten millionenschweren Entscheidung: Was geschieht mit der Schirmerschule? Das Gebäude samt Sporthalle wird bekanntlich als Schulstandort aufgegeben und ist stark sanierungsbedürftig.

In der Zukunft gibt es zwei Möglichkeiten: Die innerstädtische Immobilie von Grund auf restaurieren und für Einrichtungen wie Volkshochschule und Stadtarchiv herrichten. Oder man reißt alles ab - dann wohl auch die benachbarte Stadthalle - und schafft Grundstücke für ein schickes Wohnquartier mit Blick auf die Zitadelle.

Das wurde eher zufällig nach einer Diskussion im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss am Donnerstag deutlich. Vertreter mehrerer Fraktionen hatten Anstoß am Zustand der Turnhalle der Schirmerschule genommen. Durch das undichte Dach regnet es rein. Feuchteschäden in den Mauern sind logische Folgen. Klaus Gundelach (SPD): „Das Dach ist mit wenigen Mitteln abzudichten.

Man kann den Verfall stoppen. Es wäre vernünftig, den Bestand zu sichern.” Diese Ansicht vertraten auch FDP und CDU. Wenn der finanzielle Aufwand nicht zu hoch sei, sollte diese Maßnahme ergriffen werden, um theoretisch über eine Folgenutzung des vorhandenen Gebäudes zu verfügen.

Beigeordneter Martin Schulz begründete, warum die Verwaltung die Halle bislang buchstäblich im Regen stehen ließ: „Der Standort ist aufgegeben.” Und: „Unsere Leute und auch Dachdecker sind der Meinung, dass das rausgeschmissenes Geld ist.”

Der Wahlbeamte sagte aber noch mehr. So gebe es erste Erkenntnisse für den Fall der Neunutzung der Schirmerschule. Demnach könnten hier zum Beispiel das Archiv und die Volkshochschule eine neue Heimat finden. Das gebe das Raumangebot her. In dem Fall freilich „müssen wir eine Menge Geld in die Hand nehmen”. Nach einer ersten Schätzung ist von 3,9 Millionen Euro die Rede, da vor allem für die VHS moderne Infrastruktur (Elektrik/Datenleitungen) zu schaffen ist. Außerdem liege noch kein Brandschutzkonzept vor, das sicher weitere Investitionen notwendig macht.

Nach Gesprächen mit der Denkmalbehörde sei laut Schulz prinzipiell der komplette Abriss in Erwägung zu ziehen - von Schirmerschule, Sporthalle und gegebenfalls Stadthalle. „Dann könnte man das Grundstück städtebaulich wesentlich besser nutzen.” Die Denkmalschützer hätten keine grundsätzlichen Einwände gegen „einzeln stehende Häuser in einem attraktiven, hochwertigen Wohngebiet” gleich am Zitadellengraben.

Per Nabelschnur

Dass in einem solchen Szenario auch die Stadthalle dran glauben müsste, hat zwei Ursachen: Sie wird „per Nabelschnur” von der Schirmerschule aus beheizt und wäre zudem komplett verzichtbar, wenn am Schulzentrum eine Multifunktionshalle mit Bühne gebaut wird. Martin Schulz: „Die neue Realschulhalle eröffnet die Möglichkeit, sich von der Stadthalle zu verabschieden.”

Letztlich wurde das im Ausschuss nicht weiter diskutiert. Es bestand aber Einvernehmen, das Hallendach provisorisch abzudichten, wenn der finanzielle Aufwand überschaubar ist.
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