Düren/Rödingen - Schausteller soll von zwei Kollegen beschossen worden sein

Schausteller soll von zwei Kollegen beschossen worden sein

Von: fjs
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Düren/Rödingen. Wildwest am Finkelbach? „Das war eine mächtige Knallerei mit so an die 25 Schüssen”. Dramatisch schilderte ein 48-Jähriger, der sich als Schausteller bezeichnet, vor dem Schöffengericht in Düren das Szenario, das sich am 14. Oktober 2008 in der Nähe des Sportplatzes in Rödingen-Höllen abgespielt haben soll.

Von zwei Nachbarn, ebenfalls Schausteller und 36 und 40 Jahre alt, will er beschossen und zusammen geschlagen worden sein. Deshalb stehen die Nachbarn jetzt unter dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung vor Gericht. Das Verfahren gegen einen dritten Beschuldigten wurde abgetrennt; er erschien zudem nicht zum Termin, sondern zog eine „Verlobungsreise” dem Auftritt vor Gericht vor.

Warum es nach jahrelanger Nachbarschaft zum Streit kam und der eskalierte, darüber gehen die Versionen auseinander. „Der fühlt sich ausgegrenzt”, mutmaßen die beiden Angeklagten. In der Anklageschrift von Staatsanwalt Jan Balthasar wird den beiden Männer vorgeworfen, „mit zwei Schusswaffen und einem Baseballschläger” den 48-Jährigen malträtiert zu haben.

Das mutmaßliche Opfer trug Prellungen und Hämatome davon. Die Angeklagten bestreiten. Der 40jährige will „überhaupt nicht dabei gewesen” sein und der 36-Jährige behauptet, er sei von dem 48jährigen und seiner Familie angegriffen worden. Die beiden Angeklagten drehen den Spieß um.

„Mit zwei Pistolen”

„Die Familie stellt uns nach, verfolgen uns auf Standplätze bis Düsseldorf und Bocholt, bedrohen uns und zeigen bei der Polizei an, wir würden sie bedrohen”. Die beiden Angeklagten haben inzwischen ihre Grundstücke am Finkelbach verlassen. „Am Finkelbach, das ging einfach nicht mehr”.

Wortreich und dramatisch schilderte das 48-Jährige mutmaßliche und als Nebenkläger zugelassene Opfer das Geschehen. „Mit zwei Pistolen in der Hand ist der 36-Jährige auf mich zugestürmt und hat geschossen”. Vorsitzende Richterin Anne Utzelmann fragte nach: „Wieso wurden Sie denn nicht getroffenen, wenn der Angeklagte mit den Waffen in der Hand über Ihnen stand?”.

Die Antwort blieb der Zeuge schuldig. Die polizeiliche Vernehmung hatte er abgebrochen. „Der Beamte glaubte mir nicht. Er meinte ich erzähle eine Räuberpistole”. Auf Nachfrage räumte er ein, „dass es auch nur etwa 18 Schüsse” gewesen sein könnte. Die Polizei sicherte am Tatort zwei Einschusslöcher, stellte aber keine Patronenhülsen fest. Ob er denn einen Arzt aufgesucht hätte wollte die Richterin wissen. „Nein, die Verletzungen waren nicht so schwer”.

Die Verteidiger der Angeklagten beantragten Vereidigung des 48-Jährigen. Am 8. März um 12 Uhr wird vor dem Schöffengericht Düren weiter verhandelt. Dann sollen noch 16 (!!) Zeugen Licht in das Dunkel bringen.
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