Jülich - „Satirehammer” kreist über Politik und Bürger

„Satirehammer” kreist über Politik und Bürger

Von: spl
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Wem mangelt es an emotionaler
Wem mangelt es an emotionaler Intelligenz? Darüber diskutierte das Kabarett-Ensemble „Muita Merda” im Kulturbahnhof. Foto: Plahm

Jülich. Das Lachen blieb den Zuschauern des Kabarett-Ensembles „Muita Merda” am Samstagabend im KuBa nicht nur einmal im Halse stecken. „Ich will mich beruhigen und nicht noch mehr aufregen”, schallte es von der Bühne, als einer der Komödiantinnen ein Buch von Thilo Sarrazin in die Hände fiel. Der Therapeut habe schließlich beruhigende Literatur empfohlen.

Aber Sarrazin war bei weitem nicht der Einzige, der an diesem Abend sein Fett weg bekam. Breit gefächert war die Auswahl an politischen Opfern der Satire aber nicht, besonders hart traf es die aktuelle Bundesregierung . Die sei zwar keine Naturerscheinung, schließlich habe das Volk sie eigenständig gewählt, aber selbst Orakel Paul hätte vermutlich eine bessere Wahl getroffen, das meinten zumindest „Muita Merda”.

Und so scheuten sich Iris Witt, Claudia Häfner, Jürgen Jansen, Josie Bockholt, Katharina Lennartz und Kurt Lennartz nicht, den satirischen Hammer über zahlreichen Politikern und Normalbürgern kreisen zu lassen.

Musikalisch begleitet wurde das Ensemble von Pianistin Lydia Hilgers. Auch an gesanglichen Einlagen mangelte es dem Programm nicht. „Schlaf Bürger schlaf, die Angie hüt euch Schaf, Guido rüttelt das Bäumelein, herab fällt ein Alpträumelein”, hieß es etwa in einem der bitterbösen Lieder.

Seefahrergeschichte

Auch bei der folgenden Seefahrergeschichte ging es weniger um Not aufgrund von Wasserwellen, sondern vielmehr um „Pleitewellen” und um Kapitänin Angela, der in der Geschichte scheinbar jegliche richtige Einschätzung der Situation abhandengekommen ist. Während Angela am Bug steht, und ruft „Ich bin die Kanzlerin der Welt”, kämpft die Mannschaft gegen den Untergang an. Trotz der Verfolgung durch die Piraten, man kann sich freilich leicht zusammenreimen, dass hier die Piratenpartei gemeint sein dürfte, will Angela nur eins: „Quatsch, wir halten Kurs.”

Auch die Atompolitik musste die ein oder andere Schelte einstecken. Gleiches gilt für die Klimapolitik. Sinnbildlich hielten sich die Kabarettisten Hände vor den Mund, die Augen oder die Ohren und zeigten damit unmissverständlich, wie oft ihrer Ansicht nach Menschen vor der Wahrheit und Eigenverantwortlichkeit wegschauen.

„Dass die Jugend keine Zukunft hat, was heißt das schon, die Jugend ist für mich weit weg”, hieß es etwa in einem der Lieder des Ensembles. Bitterböser Humor durchzog den Abend und hinterließ wohl alles zwischen Begeisterung, Nachdenklichkeit und Schock bei den Zuschauern.
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