Jülich - Rundfunkübertragung bis zum Glockenklang genau geplant

Rundfunkübertragung bis zum Glockenklang genau geplant

Von: ptj
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Ein Übertragungswagen vor dem Kirchenportal ist Premiere in der Pfarrei Heilig Geist. Foto: Jagodzinska

Jülich. Jede Menge Aufwand verbirgt sich hinter der Kurzmeldung im Programm des Hörfunksenders WDR5: „Katholischer Gottesdienst, angeschlossen NDR, Übertragung aus St. Mariä Himmelfahrt Jülich, Predigt: Propst Josef Wolff“.

Bis die Messe aus der Propsteikirche am Sonntag über den Äther ging, wurde nicht nur viel Technik aufgefahren und Material bewegt. Zunächst wurde die reguläre Messzeit wegen des festen Sendetermins der Rundfunkübertragung von 10 bis 11 Uhr um eine Dreiviertelstunde vorverlegt. Ferner muss die Gottesdienstgestaltung auf die Sekunde genau 60 Minuten betragen.

So hatten Propst Wolff und der Diözesan-Rundfunkbeauftragte und Pfarrer Dr. Peter Dückers in etwa drei Monaten gemeinsam einen 20-seitigen Leitplan erstellt, in dem jedes gesprochene Worte und jede Note „durchgestylt“ wurden. Redigiert wurde natürlich auch die Predigt, in der Wolff in seiner ansprechenden Art für ein „sinnvolles Fasten, ein Sich-Festmachen an Gott“ warb. Außerdem war eine Probemesse am Vorabend vonnöten, um Ablauf und Akustik zu testen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Von der Live-Übertragung im Hörfunksender WDR5 profitieren besonders Gläubige, denen etwa durch Krankheit oder Fernreise eine persönliche Teilnahme an der Messfeier nicht möglich ist.

In den letzten 20 Jahren war die Propsteikirche bereits drei Mal Besuchsziel des Hörfunksenders, für die ein Jahr alte Pfarrei „Heilig Geist“ war es die Premiere. So wurde die Messfeier bewusst musikalisch vom Projektchor begleitet, der sich aus Stimmen der Chöre „Soluna“ und „Akzente“ zusammensetzt, begleitet von Wolfgang Biel am Piano. Gesungen wurde Neues Geistliches Liedgut aus dem neuen Gotteslob.

Für die Gläubigen im Gotteshaus war alleine das Wissen um die Übertragung zu Beginn Grund für ein wenig Anspannung. Ansonsten sahen sie lediglich den Übertragungswagen vor der Kirche, wenige Kabel, ein rotes Kontrolllicht am Ambo (Lesepult) und das eine oder andere Handzeichen des Rundfunkbeauftragten. Sie waren aufgefordert, kräftig mitzusingen und hatten ansonsten nur darauf zu achten, unnötige Nebengeräusche wie zwanghaftes Räuspern oder vorzeitiges Verlassen der Kirche zu vermeiden.

Enormer Aufwand

Der technische Aufwand war indes enorm. Bereits am Freitag hatte die Telekom eine Sendeleitung zum Telefonanschluss im Keller der Propsteikirche gelegt – größter Kostenfaktor der gesamten Gottesdienstübertragung. Mit ein wenig Verzögerung wegen der Fukushima-Demonstration in der Innenstadt reiste am Samstagmittag das Ü-Wagen-Team mit WDR-Mitarbeiterin Sonja Rauchs und Techniker Georg Kuchler im 18 Tonnen schweren und 240 PS starken Übertragungswagen an.

Ihre Aufgabe war es unter anderem, 40 Meter Übertragungskabel zu legen und insgesamt 14 Mikrofone zu stecken: Vier für die Gemeinde, jeweils eins für Altar, Ambo und Priestersitz, vier für den Projektchor im Altarraum, zwei fürs Keyboard und besagtes Kontrollrotlicht.

Der eingesetzte Ü-Wagen verfügt als einziger des WDR nicht über ein supermodernes Glasfaserkabel und über keine Stage Box, was nach Bekunden Kuchlers aber auch nicht zwingend notwendig war. Zwei Zehnfachkabel, ein Netzkabel mit 32 Ampere und ein Videokabel zur Beobachtung taten es auch. Dass keine Kabel auf die Orgelempore gelegt werden mussten, weil die Orgel zugunsten des Chorgesangs im Altarraum nicht gespielt wurde, empfand Kuchler aus technischer Sicht als „Erleichterung“.

Die technische Standardausrüstung der Propsteikirche hatte Musiker Biel um eigene Geräte aufgewertet. Eigens aufgenommen wurde auch das feierliche Vollgeläut der Propsteikirche vor der Messfeier, das im gesamten Rheinland einzigartig ist.

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