Rückschlag für Linnichs Stadtentwicklung

Von: ojo
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Linnichs Neue Mitte rund um die alte Stadthalle dreht eine weitere Runde. Die Erwartung, dass die Ausschreibung eines Investorenwettbewerbs unmittelbar bevorsteht, hat sich nicht erfüllt. Foto: Jonel

Linnich. Die Neue Mitte Linnichs schien zum Greifen nah. Endlich und erstmals öffentlich wurden Ergebnisse aus dem Arbeitskreis Investorenwettbewerb vorgelegt. Sie sollten unmittelbar nach der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung im nicht-öffentlichen Teil zum Auftrag an das Planungsbüro reifen, einen europaweiten Investorenwettbewerb auszuschreiben. Dazu kam es jedoch nicht.

Eine Mehrheit von CDU und PKL versagte dem Beschluss die Zustimmung.

Was Bürgermeister Wolfgang Witkopp zuvor als Ergebnis der letzten beiden Arbeitskreissitzungen zur Stadtkernsanierung in einem mündlichen Bericht zusammengefasst hatte, war gekennzeichnet von einer Reihe überraschender Elemente. Weit mehr als eine Nachfolgekonzeption für die seit Jahren nicht mehr betriebene Stadthalle samt Veranstaltungskonzeption und Nutzung des „Umlandes“ – Schützenplatz und Rurufer – sprach Witkopp an. Sogar der Umzug des Rathauses wurde als Option skizziert.

Letzteres vor dem Hintergrund, dass das Rathaus an der Rurdorfer Straße „beim besten Willen nicht die Auflagen des Brandschutzes“ erfülle und mit Blick auf die geforderte Inklusion kaum nachrüstbar sei, wie der Bürgermeister auf Patrick Schunns (FDP) verblüffte Nachfrage erklärte. Witkopp wie auch Ausschussvorsitzender Hans-Friedrich Oetjen (SPD) betonten, dass es sich im Falle Rathausverlagerung wie bei allen übrigen Vorstellungen, um Ideen handele, „die auf Machbarkeit geprüft werden müssen“. Die Ideen reichten von einer Erweiterung des Hallenbades um eine Saunalandschaft bis hin zu einem Beherbergungsbetrieb und einem gastronomischen Angebot im Umfeld des Veranstaltungsgebäudes mit einer Kapazität von 500 Sitzplätzen.

Witkopp eröffnet dem Ausschuss das Ergebnis von Gesprächen mit SIG Combibloc. Das Unternehmen habe signalisiert, dass es sowohl an dem Bereich Beherbergung als auch an Büro- und Schulungsräumen interessiert sei. Als Ankermieter würde der größte Arbeitgeber der Stadt eine jährlich feste Kalkulationsgröße darstellen.

Dass diese Gedankenmodelle nicht nur auf Gegenliebe stießen, deutete sich zart in den folgenden Diskussionsbeiträgen an. Hans-Willi Dohmen (CDU) zeigte sich verblüfft. Was der Bürgermeister da mündlich vorgetragen habe, sei nicht ganz das gewesen, was im Arbeitskreis besprochen worden sei. Von der Unzufriedenheit, die im Arbeitskreis zum Ausdruck gebracht worden sei darüber, „dass wir zwei Jahre eigentlich keinen Fortschritt erzielt haben“, habe der Bürgermeister nicht gesprochen und auch nicht davon, dass „wir das Ganze professioneller angehen sollten“.

Ganz anders die Einschätzung von Dr. Klaus Selter (FDP). Ja, man habe sich lange Zeit im Kreis gedreht. „Jetzt haben wir ein Papier vorliegen, dass wir selbst niemals auf die Beine gestellt bekommen hätten. Wir sind alle einen Riesenschritt weiter.“ Ausschussvorsitzender Oetjen war sogar noch weiter. Nach der letzten Arbeitskreissitzung sei von vier Fraktionen gebeten worden, per Dringlichkeit dem Planungsbüro den Auftrag zu erteilen, den Investorenwettbewerb vorzubereiten. Er habe das nicht getan, „weil wird das (die Ergebnisse des Arbeitskreises, Anm.d. Red.) so noch nie im Ausschuss hatten“.

Als es wenige Minuten später in nicht öffentlicher Sitzung ebendiesen Beschluss zur Beauftragung des Planungsbüros Otto von der Heide (VDH) gefasst werden sollte, versagten CDU und PKL dem die Zustimmung.

Wie in Erfahrung zu bringen war, gingen den Ablehnern nicht nur die Festlegungen der Ausschreibung zum Investorenwettbewerb zu sehr ins Detail, es bestehen offenbar auch Vorbehalte gegenüber dem Planungsbüro. Bürgermeister Witkopp – „Wir stehen wieder bei Null“ – ebenso konsterniert wie Ausschussvorsitzender Oetjen, will nun so schnell wie möglich den Arbeitskreis einberufen.

Was der noch zu leisten vermag, ist angesichts der jetzt eingetretenen Situation allerdings mehr als fraglich.

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