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„Romeo und Julia”: Poetisch, anmutig, temporeich und feurig

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Düren. Im Haus der Stadt Düren wird am Dienstag, 18. Januar, ab 20 Uhr „Romeo und Julia”, ein Ballett von Sergei Sergejewitsch Prokofjew (1891-1953), aufgeführt. Das Staatliche Akademische Theater für Oper und Ballett Donetsk aus der Ukraine kommt dazu mit großem Orchester nach Düren.

William Shakespeares schönste und tragischste Liebesgeschichte der Weltliteratur, entstanden um 1600, inspirierte zahllose Filmemacher, Choreographen und Komponisten, auch den russischen Pianisten und Komponisten Prokofjew. Seine Ballettmusik war die erste bedeutende Komposition, die der Komponist nach längerem Auslandsaufenthalt und kurz nach seinerÊRückkehr in die Sowjetunion im Jahr 1934 schuf.Ê

Russische Wirren

„Romeo und Julia” wurde ein Werk ganz in der Tradition der großen romantischen Ballette von Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840 - 1839). Die Komposition wurde einer der Höhepunkte musikalischen Schaffens und gehört zweifellos zu den schönsten Auseinandersetzungen mit diesem Stoff.

Das Ballett nach William Shakespeares Drama ging auf eine Anregung Sergej Radlows, Direktor des Akademischen Opern- und Ballett-Theaters in Leningrad, zurück. Die Partitur war bereits 1935 fertig gestellt. Wegen innenpolitischer Wirren nach der Ermordung des Leningrader Parteisekretärs Sergei Mironowitsch Kirow fand die Aufführung des Werkes nicht mehr statt, denn es folgten die stalinistischen Säuberungen. Uraufgeführt wurde das Ballett, basierend allerdings nur auf den Suiten 1 und 2, am 30. Dezember 1938 von dem tschechischen Choreografen Ivo Vana Psota in Brünn.

Zum Inhalt des Stücks: Romeo und Julia, die Kinder zweier angesehener, aber bis aufs Blut verfeindeter Familien aus Verona, Montague und Capulet, verlieben sich und gestehen einander ihre Liebe. Ahnungslos bedenken sie nicht, dass ihre Liebe gegen starre Konventionen verstößt undÊdie Hoffnung, durch ihre heimliche Heirat die Familienfehde zu beenden, keine Chance hat. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände werden sie schließlich Opfer ihrer Liebe.

Als Julia mit dem Grafen Paris verheiratet werden soll, bricht die Katastrophe aus. Um der Heirat zu entgehen, nimmt sie ein Gift, das sie in den Zustand des Scheintodes versetzt. Die für tot Gehaltene wird in der Gruft der Capulets beweint. Doch die Nachricht, die Romeo in diesen Plan einweihen soll, erreicht ihn nicht. Romeo findet seine Julia, wie er glaubt, tot vor und bringt sich aus Verzweiflung um. Bei Shakespeare kommt es am Ende zur Versöhnung der beiden Familien. In Prokofjews Ballett findet jedoch keine Versöhnung mehr statt, die Liebenden bezahlen die Verfeindung ihrer Familien mit ihrem Leben.

Zum Kontrast starker Rhythmen lässt die Musik gleichzeitig wunderbare lyrische Momente erklingen. Zärtlich zeichnet Prokofjew die Charaktere der mädchenhaften Julia und ihres jungen geliebten Romeo nach. Komödiantische Passagen wechseln mit gewaltigen Tönen, und harte Dissonanzen prägen diese unverwechselbare Musik.

Das Ensemble des National Akademischen Theaters für Oper und Ballet Donetsk präsentiert in Renaissance-Kulissen eine poetische, anmutige und doch temporeiche und feurige Neuinterpretation einer der großartigsten Ballettmusiken des 20. Jahrhunderts.
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