Römische Geschichten aus dem Kanal

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Ursprünglich waren nur Kanalarbeiten in der Mariengartenstraße geplant. Daraus sind im vergangenen Jahr archäologische Ausgrabungen im großen Stil geworden. Foto: Museum/Dautzenberg

Jülich. Im Rahmen des Mittwochsclubs von Jülicher Geschichtsverein und Museum Zitadelle Jülich findet in der Schlosskapelle der Zitadelle Jülich ein weiterer Vortrag statt. Die beiden Archäologen Benjamin Gnade und Oliver Ungerath referiert am Mittwoch, 22. Februar, um 19.30 Uhr über das Thema: „Neues im Kanal – römische Gräber in der Jülicher Mariengartenstraße“.

Bei Kanalbauarbeiten in der Mariengartenstraße wurden über 50 römische Brandgräber der mittleren Kaiserzeit freigelegt, die einen aufschlussreichen Einblick in die Welt der römischen Bestattungssitten des 2. Jahrhunderts vermitteln und somit ein archäologisches Fenster in die Zeit des römischen Iuliacum öffnen.

Im ersten Vortragsteil beschreibt der Archäologe Oliver Ungerath zunächst die Entwicklung des römischen vicus Iuliacum, seine Lage an der Rur, die bisher bekannte Ausdehnung des vicus im 2./3. Jahrhundert sowie seine spätere Entwicklung zum befestigten Kastell.

Brandgräber

Im zweiten Vortragsteil präsentiert der Archäologe Benjamin Gnade die Ergebnisse der Ausgrabung in der Mariengartenstraße. Zunächst wird allgemein die für das 2. Jahrhundert typische Bestattungsform der Brandgräber erläutert. Anschließend werden die im Zuge der Grabung aufgedeckten Gräber mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Anhand der geborgenen Funde aus den Gräbern lassen sich mögliche Rückschlüsse auf die soziale Stellung der hier beigesetzten Personen ziehen.

So fanden sich neben schlecht erhaltenen, einfachen Brandgräbern auch gut erhaltene und reich ausgestattete Gräber, in denen der Leichenbrand (die sterblichen Überreste des hier Bestatteten) entweder in Urnengefäßen oder aber in nicht mehr erhaltenen organischen Behältnissen aus Holz oder Leder/Stoff beigesetzt wurde. Bei einem besonders gut erhaltenen Grab fanden sich in einer separat ausgehobenen Beigabennische mehrere vollständig erhaltene Gefäße, die auf eine herausgehobene Stellung der hier beigesetzten Person hindeuten.

Die im Bereich der Mariengartenstraße erfassten Bestattungen repräsentieren zusammen mit den bereits bekannten Altbefunden einen außerhalb des eigentlichen vicus („extra muros“) gelegenen Bestattungsbezirk, der eine dichte Belegung von Personen unterschiedlicher sozialer Stellung aufweist. Die Verteilung und Ausstattung der Gräber lässt dabei möglicherweise auf eine zeitliche Abfolge innerhalb des Gräberfeldes schließen. Der Eintritt ist frei.

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