Ringen: Lothar Ruch schreibt drittes Fachbuch

Von: hfs
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Rund zwei Jahre Materialsichtung, Koordination und vieler Gespräche bedurfte es, um das 177 Seiten umfassende Werk, erschienen im Verlag Meyer & Meyer in Aachen, in den Druck zu geben. Foto: hfs

Aldenhoven. Was für Schwimmer das Seepferdchen und für Leichtathleten das Sportabzeichen ist, wird bei den Ringern das Wiesel-Abzeichen sein. Es wird im kommenden Jahr eingeführt, das Ringkampfabzeichen (Rika) in Gold, Silber und Bronze. Eine entsprechende Initiative wurde vom Deutschen Ringerbund (DRB) beschlossen und auf den Weg gebracht. Den Weg ebnete der Aldenhovener Ex-Olympiaringer Lothar Ruch.

Er hat im Rahmen seiner Trilogie über die Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses sein drittes Buch veröffentlicht. Das Grundlage von Rika beschreibt er folgendermaßen: „Einem Nachwuchstrainer sind die kompliziertesten und wertvollsten Geschöpfe anvertraut, die es gibt. Sich geistig und körperlich außerordentlich rasch und unterschiedlich entwickelnde Kinder und Jugendliche. Und deshalb ist auch die Aufgabe, die der Nachwuchstrainer zu lösen hat, so überaus kompliziert.“

Lothar Ruch ist Bildungsreferent und Wissenschaftskoordinator im Deutschen Ringerbund sowie Koordinator für Ringen an der Trainerakademie Köln. Dort kommt schon seit einigen Wochen das Buch „Ringen, modernes Nachwuchstraining“ zum Einsatz.

„Man kann einen Menschen nicht trainieren, man kann ihm nur helfen, es selbst zu tun“, sagt Ruch aus eigener Erfahrung, begann er doch schon als Jugendlicher, sich tagtäglich in der Aldenhovener Sporthalle zu quälen, sich intensiv auf eine sportliche Karriere vorzubereiten, die ihn nicht nur zum ausgezeichneten Bundesligaringer, sondern auch zum Olympiateilnehmer machte.

Aber Ruch war nicht nur Sportler, sondern auch jahrelang Bundestrainer der Ringer im griechisch-römischen Stil. So kennt er die „zwei“ Seiten der Medaille, er weiß, wie man sich als Sportler fühlt, er weiß, was ein Trainer von seinen Schützlingen fordert.

Diesen Spagat vermittelt die Trilogie „Ich lerne Ringen“, „Ich trainiere Ringen“ und jetzt „Ringen - Modernes Nachwuchstraining“. Darin bringt der Autor Lothar Ruch von der Methodik, über die Zielstellung bis hin zu den Ergebnissen detailliert in Wort und Bild und mittels der Comicfigur „Wiesel“ Kindern und Jugendlichen seinen Sport näher.

Für den Aldenhovener steht fest, dass regelgeleitete kampfsportliche Aktivitäten in den letzten Jahren in Deutschland wieder ein größeres Interesse gefunden haben. Vor dem Hintergrund, dass verstärkt ein unkontrolliertes Ausleben von Aggressionen, Stress oder Frust mit teilweise erschreckenden Exzessen, gerade bei Heranwachsenden, registriert wird, versuchen schon Kindertagesstätten und Schulen sowie Sportverbände und Vereine, dem entgegenzuwirken.

„Die Werte eines fairen, im Rahmen festgelegter Regeln ablaufenden Kampfes Mann gegen Mann oder auch Frau gegen Frau verstehen sich als Orientierung und Vermittlung für das spätere Leben im Miteinander“, sagt der Bildungsreferent im DRB.

Der betont, dass man gerade Kinder und Jugendliche mehr perspektivisch ansprechen muss. „Man muss dem interessierten Jugendlichen vermitteln, dass er mit Ringen eine ganz besonderes Sportart lernt“, können nach Ruchs Vorstellungen dann in den lockeren Gesprächen beim Training die Vorstellungen, Haltungen und Gefühle angesprochen werden, die ein Ringer haben kann.

„Da hilft dann zum Beispiel die Geschichte eines Vorbildes.“ Vorbilder, die auch im neuerlichen Ringerbuch zur Sprache kommen. Da nach Auffassung des Autors - Ruch veröffentlichte das neueste Werk mit Prof. Dr. Berndt Barth, einem langjährigen Hochschullehrer für Trainingswissenschaft - nicht nur die pädagogischen Konzepte erläutert werden dürfen, sind für die Lehrenden auch praktische Übungsbeispiele für ringertypische Hilfsmittel in der Stunden- und Jahresplanung zusammengestellt worden.

Übungsbeispiele und Literatur

In Wort und Bild erhält der Leser zum Beispiel Übungsformen für Grundtechniken des olympischen Ringkampfs im Stand und am Mattenboden, ergänzt mit weiterführender Literatur. Beigefügt ist dem Buch eine heraustrennbare Urkunde. „Für Kinder gibt es nichts Schöneres als den Nachweis, was sie geleistet haben, was sie ausgezeichnet hat“, weiß Lothar Ruch. Er fügt hinzu, dass es gerade die ersten erlangten Urkunden sind, die meistens ein Leben lang „mit Stolz und schönen Erinnerungen“ verbunden sind.

So stößt das im kommenden Jahr eingeführte RiKa-Ringkampfabzeichen auf großes Interesse bei den Vereinen. Das Wiesel-Abzeichen kann auch in der Schule abgenommen werden. „Im Alter von sechs bis zehn Jahren, bei erfolgreicher Teilnahme, gibt es dann neben der Urkunde ein Abzeichen und einen Aufnäher für das T-Shirt“, sagt der „Erfinder“ aus Aldenhoven. Er selbst gesteht uneingeschränkt ein, dass er sich damals noch mehr angestrengt hätte, „hätte es für uns schon so früh eine so tolle Auszeichnung in unserem Ringersport gegeben.“

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