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Renaturierung senkt die Nitrat-Belastung in der Rur

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Nitratwerte in der Rur ermitt
Nitratwerte in der Rur ermittelt: Harald Gülzow im Labormobil des VSR-Gewässerschutz. Foto: VSR

Jülicher Land. Die Renaturierungsmaßnahmen an der Rur haben dazu geführt, dass die Nitrat-Belastung des Flusses gesunken ist. Zu diesem Ergebnis ist der Verein VSR-Gewässerschutz gekommen. Die Untersuchungen begannen in Nideggen und führten die Gewässerschützer bis zur Rur-Mündung bei Roermond.

Die festgestellten Nitratkonzentrationen betrugen im November in Nideggen-Brück 7,1 Milligramm pro Liter (mg/l), Kreuzau 6,9, Düren 7,0, Jülich 6,9, Linnich 7,5, Hückelhoven 7,5, Wassenberg 8,0, Brücke Karken/ Ophoven 8,8 und Sint Odilienberg/Niederland 10,7 und Roermond 9,8 mg/l. Fazit: „Die durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen scheinen erste Erfolge zu liefern.”

Nützliche Mikroorganismen

Der VSR-Gewässerschutz weist seit über zehn Jahren im Zuge des Projekts „Nitratbelastung unserer Flüsse” darauf hin, dass Renaturierungsmaßnahmen neben dem verbesserten Hochwasserschutz auch zu einer größeren Selbstreinigung der Flüsse führt. Die reaktivierten Auen wirken wie Flächenfilter. In den letzten Jahren sind an der Rur, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende des VSR-Gewässerschutz, zahlreiche Maßnahmen durchgeführt worden.

Sowohl die Altarmanbindungen als auch die Wiederherstellung von Überschwemmungsflächen an der Rur und den Nebenbächen führt dazu, dass mehr Nitrat entzogen wird. Bestimmte Mikroorganismen, die in der Lage sind, Nitrat zu elementaren Stickstoff umzuwandeln, finden in naturnahen Flussauen optimale Lebensbedingungen.

Als längerfristige Maßnahme fordert der VSR-Gewässerschutz aber auch die Reduzierung der Grundwasserbelastung. 2010 und 2011 wurde das geförderte Wasser von 137 privaten Brunnen im Einzugsgebiet der Rur untersucht. Gerade im Raum Heinsberg/Geilenkirchen wurde eine verhältnismäßig hohe Nitratbelastung festgestellt.

In über der Hälfte der untersuchten Brunnenwässer lag der Nitratwert oberhalb von 50 mg/l. Dieses Wasser sickert den Bächen zu und fließt dann zur Rur. So fanden die Gewässerschützer im Wasser der Wurm mit 15 mg/l Nitrat eine viel zu hohe Belastung.

Hier muss, so fordert der Verein, dringend bei der Ausbringung der Dünger auf die Äcker darauf geachtet werden, dass die Nitratauswaschung ins Grundwasser verringert wird. Die Düngung sollte erst dann erfolgen wenn die Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen können.

Frühe Düngung

Doch die Realität sieht anders: Kaum ist die Gülleaufbringung Anfang des Jahres wieder gesetzlich erlaubt, wird sie ausgebracht. Da die Aussaat allerdings erst erfolgt, wenn der Boden warm genug ist, kommt es bei starken Regenfällen zu einer vermehrten Nitratauswaschung ins Grundwasser.

„Gerade wenn die Einleitungen des nitratarmen Sümpfungswassers aus dem Braunkohletagebauen wegfallen, kann sich der Zustand massiv verschlechtern. Wenn bis dahin die hohen Grundwasserbelastungen nicht verringert werden, ist wieder mit einem starken Anstieg der Nitratkonzentration in der Rur zu rechnen - die Belastung in der Wurm zeigt, welche Konzentration zu erwarten sind”, so Susanne Bareiß-Gülzow.

Der „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V.” (VSR-Gewässerschutz) entstand Anfang der 80iger Jahre als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen am Rhein und Main, Sitz ist Geldern.
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