Renan Demirkan: „Einbürgerung statt Integration”

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Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan stellt ihr bewegendes Buch vor: „Septembertee” ist im Mittelpunkt der Integrationsdebatte im September Thema in der Buchhandlung Fischer. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Integration ist ein falsches Werkzeug für ein transkulturelles Miteinander. Wir müssen über Einbürgerung reden”, betonte Renan Demirkan einführend in ihre Lesung in der Buchhandlung Fischer.

Die deutsch-türkische Schauspielerin und Autorin ist eine „scharfe Analytikerin und ein politischer Geist”, wie Gastgeberin Eva Behrens-Hommel es ausdrückte. Demirkan, die die deutsche Sprache merklich liebt und sich in ihr hervorragend auszudrücken versteht, las aus ihrem bewegenden Buch „Septembertee oder das geliehene Leben”.

In Einführung und Resümee fand sie genug Zeit, ihren 100 Zuhörern anhand von Beispielen Lösungsansätze anzubieten. Als Vorwort wählte sie eine Passage aus ihrem vierten von fünf Kapiteln „Respekt”.

„Das Neue wird simultan eingefügt und synchronisiert. Das ist Assimilation, die schon mit der ersten Stunde im neuen Land beginnt. Dafür muss der Gesetzgeber neue, offene Instrumente kreieren und anbieten, die die Zugereisten von Anfang an zum Mitgestalten motivieren”, heißt es an einer Stelle. Sie, die „die Not der Eltern als pures Glück” erkannt hat, gliedert ihre konstrastvolle Herkunft in ein „Mutter- und ein Vaterkapitel”.

Die Schauspielerin ist „nicht missionarisch unterwegs”, motiviert aber dazu, auf Gemeinsamkeiten aufzubauen und den vermeintlich Fremden mit seiner ganzen Familie „zu Hause abzuholen”. Dabei nannte sie beispielhaft einen als Preisträger ausgewählten Kindergarten in Toronto, dessen rhetorische Frage lautet: Wollen wir denn, dass sie sich hier wohlfühlen, dann müssen wir sie zu Hause abholen.

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