Jülich - Ren Rongs „Dialog der Kulturen“ an drei Stellen in Jülich

Ren Rongs „Dialog der Kulturen“ an drei Stellen in Jülich

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
14618321.jpg
Der Dialog beginnt schon vor der Ausstellungseröffnung am Sonntag: Zitadellen-Kunstlehrer Alexander Loup (l.) spricht mit dem Künstler über die Werke. Foto: Jansen

Jülich. Irgendwann hat Ren Rong gefragt: „Zitadelle – was ist das?“ So erklärt der Mann, dessen Werke heute in Museen und Kunsthallen in Düsseldorf, Peking oder Hong Kong zu sehen sind, wie er im übertragenen Sinn über die Zitadelle gestolpert ist.

Die Frage richtete er damals an Marita und Georg Loven, das Paar, das die Galerie an der Zitadelle betreibt und seit zehn Jahren engen Kontakt zu Ren Rong pflegt. Jetzt weiß der Mann, der als einer der bedeutendsten chinesischstämmigen Gegenwartskünstler gilt und in Peking und Bonn lebt, dass die Jülicher Zitadelle eine geeignete Bühne für seine Werke ist.

Das hat er auf jeden Fall so gesagt, als 32 seiner Eisenskulpturen im Renaissancegarten der Zitadelle aufgestellt wurden. Der Jülicher Bauhof war behilflich, mit Baggern. Denn die Skulpturen sind kein Fall für Handarbeit. Sie sind zweieinhalb bis drei Meter hoch, 70 Zentimeter breit, knapp zwei Zentimeter stark und wiegen rund 200 Kilogramm. „Wenn ich in Peking ausstelle, dann müssen meine Skulpturen bunt sein, damit sie zwischen diesen vielen Schildern und Leuchtreklamen überhaupt wahrgenommen werden. Aber hier in der Zitadelle passt Patina perfekt.“

Insgesamt hat Ren Rong 90 Metallstelen geschaffen. Er selbst nennt sie Pflanzenmenschen. Einige sind bunt, andere blank poliert. Und die 32, die jetzt im Renaissancegarten stehen, wirken so, als hätten sie Rost angesetzt. Die Patina-Optik ist gewollt, der Künstler hat das Metall mit einer speziellen Säure verätzt und anschließend weiter verarbeitet. Jetzt sehen sie so aus als hätten sie Rost angesetzt. „Das passt sehr gut zu Rot-Ton der Zitadelle“, erklärte Ren Rong.

„Dialog der Kulturen“ ist die Ausstellung in Jülich überschrieben. Und dieser Dialog ist dem Künstler (Jahrgang 1960) wichtig. Beispielsweise mit dem Gymnasium Zitadelle. Als die Skulpturen in dieser Woche aufgestellt wurden, war auch Alexander Loup dabei, Kunstlehrer am Gymnasium. „Wenn hier eine solche Ausstellung zu Gast ist, dann binden wir das auch in den Unterricht ein“, sagte Loup, bevor er sich in ein Gespräch mit Ren Rong vertiefte. Die Arbeiten der Schüler werden in das Ausstellungsprogramm eingebunden und am 3. Juli präsentiert.

Ein Dialog soll auch auf anderer Ebene stattfinden. Ren Rong hat ausdrücklich betont, dass seine Kunst zum Anfassen ist. An der Kasse des Museums Zitadelle können die Besucher kleine Hammer entgegennehmen, mit denen sie gegen die Metallstelen schlagen und sie so zum Klingen bringen können. Der so entstehende Ton klingt je nach Materialstärke anders. „Man könnte hier ein Klangkonzert machen“, sagte Ren Rong.

Nicht nur die Zitadelle erscheint dem Künstler nach eigener Aussage als geeigneter Ort für die Ausstellung, auch Jülich an sich. Schließlich sind rund 1000 Chinesen die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in der Stadt. „Ich schicke die Bilder dieser Ausstellung auch nach China“, sagte Ren Rong, der sich bei Museumsleiter Marcell Perse und seinem Team bedankte für die Möglichkeit, sowohl im Museum, als auch im Renaissancegarten auszustellen. Weitere Werke zeigt die Galerie Loven.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert