Inden/Altdorf - Reitverbotschild: „Kleinkrieg“ in Inden

Reitverbotschild: „Kleinkrieg“ in Inden

Von: hfs.
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Reiter und Pferde sind auf dem Ruruferradweg verboten: Das scheint einem Betroffenen nicht zu passen. Foto: Stock/viadata
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Indener Bauhof-Mitarbeiter holten im Mai das Schild aus der Rur. Jüngst wurde es mit dem Traktor „plattgemacht“... Foto: Wolters

Inden/Altdorf. Auf dem Ruruferradweg von Jülich bis Düren sind sie nicht zu übersehen. Die Verkehrszeichen „Verbot für Reiter“, die das Benutzen dieses Weges untersagen. Genau das allerdings scheint einem noch unbekannten Übeltäter ein Dorn im Auge zu sein.

Denn zum bereits fünften Mal (!) entfernte der Unbekannte nun ein entsprechendes Verbotsschild der Gemeinde Inden nahe der Schophovener Brücke. Jetzt setzt die Kommune 500 Euro Belohnung für Hinweise aus, die auf die Spur des Schildbürgers führen – und überlegt ernsthaft, eine Pferdesteuer einzuführen, wie im Gemeinderat am Mittwoch zu vernehmen war. Der bislang entstandene Schaden beträgt etliche tausend Euro.

„Vielleicht haben wir ja Defizite im Reitwesen, auch das gilt es zu bedenken“, sagte Indens Bürgermeister Ulrich Schuster über eine mögliche Verwendung der Steuer. Beim Verwaltungschef wurde „sportlicher“ Ehrgeiz geweckt. „Ich möchte den Übeltäter überführt sehen, denn der Schaden, der uns als Gemeinde entstanden ist, der ist beträchtlich.“ Das teilte Schuster bereits dem Kreisreiterverband Düren schriftlich mit. In der Ratssitzung erklärte er: „Wir setzen nun 500 Euro als Belohnung aus. Sollte es jedoch zu einer Selbstanzeige kommen, dann können die 500 Euro auch für die ärztliche Behandlung verwendet werden. Denn bei dem Täter muss es sich um einen Psychopathen handeln.“ Schuster wie auch die übrigen Ratsvertreter sind stinksauer, denn die bisherigen Kosten sind immens und in Summe bereits fünfstellig. Das kann sich die Nothaushalt-Gemeinde nicht leisten.

Im Mai wurde das Verbotsschild an der Schophovener Brücke zum vorletzten Mal entfernt. Man fand es später in der Rur, der Schaden wurde damals auf rund 2000 Euro beziffert. „Natürlich haben wir Anzeige bei der Polizei erstattet“, erklärte Schuster auf Nachfrage.

Der aktuelle Schaden sei ungleich höher. Denn das im Sommer neu aufgestellte Verbotsschild samt Betonfundament wurde mittels eines Traktors – darauf deuten die vorgefundenen Spuren hin aus dem Boden geholt und platt gemacht. Hoffnungen, dass das Schild nun endgültig verschwindet, macht der Bürgermeister dem unbekannten Täter aber nicht. „Selbstverständlich wird das Verkehrsschild wieder von uns aufgestellt. Zudem hat das Verbot der Benutzung des Ruruferradwegs durch Reiter auch bei entwendeter Beschilderung weiter Gültigkeit.“

Aufgrund des beträchtlichen finanziellen Schadens für die Gemeinde sah sich Ulrich Schuster im Brief an den Kreisreiterverband veranlasst, nachdrücklich auf die Beschilderung des Reitverbotes entlang der Rur hinzuweisen. „Ich sehe mich zu der Bitte gezwungen, ihre Mitglieder entsprechend zu unterrichten“, formulierte Schuster und deutete an, „dass ich eine weitere Eskalation im Verhältnis zum Reiten auf gemeindlichen Wegen mit zusätzlichen Verboten oder einer Pferdesteuer befürchte, wenn nicht ein vernünftiges Miteinander eintritt.“

Der Indener Verwaltungschef denkt über die Einführung einer Pferdesteuer nach, die als kommunale Aufwandsteuer von der Gemeinde erhoben werden könnte. Das ist so in der hessischen Gemeinde Bad Sooden-Allendorf im Januar geschehen. Dagegen ist aber eine Klage beim Verwaltungsgericht Kassel anhängig.

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