Rätselhaftes Papstsiegel und ein Shuttlebus zur aktuellen Grabung

Von: -vpu-
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Dieses Siegel von Papst Martin
Dieses Siegel von Papst Martin IV. (1281-1285) fand sich in der Nähe von Pier.

Höllen. Das Fundstück ist vielleicht fünf Zentimeter hoch, drei Zentimeter breit und auf den ersten Blick unscheinbar. Aber es ist eines von zwei prominenten Beispiel dafür, wie ehrenamtliche Metallsondengänger der Archäologie helfen.

Im August 2011 stieß Bernd Günther auf das Teil im Tagebau Inden in der Nähe von Pier. Nach der Säuberung war klar: Es handelt sich um ein Papstsiegel aus dem 13. Jahrhundert, mit dem wichtige kirchliche Unterlagen aus Rom versiegelt worden sind.

Ein „M” auf der Vorderseite ermöglichte die zweifelsfreie Zuordnung zu Papst Martin IV (1281-1285). Wie die sogenannte „Papstbulle” nach Pier gekommen ist, gibt derzeit noch Rätsel auf. Das Siegel wird jedenfalls am Tag der Archäologie am Samstag, 25. August, zu sehen sein. Dann öffnet die Außenstelle in Titz-Höllen des Amtes für Bodendenkmalpflege traditionell ihre Pforten - von 10 bis 18 Uhr.

Ein zweites metallisches Fundstück, das materiell noch wertvoller sein dürfte, ist ein spätantiker römischer Goldfingerring mit eingravierten Figuren (Amor und Psyche). Das alles fanden die Wissenschaftler im Tagebau Inden, zudem Schleudersteine aus einem eisenzeitlichen Grab, die bei der Jagd und im Kampf eingesetzt wurden.

Der alte Gutshof, in dem die Außenstelle des Amtes beim Landschaftsverband Rheinland beheimatet ist, bildet das Zentrum am Tag der Archäologie. Wie in den Vorjahren setzen sich auch Shuttlebusse zur aktuellen Grabung in Bewegung. Sie haben ihr Ziel in der Nähe von Otzenrath, also den Tagebau Garzweiler II. Dort konnten die Archäologen anhand eines bereits umgesiedelten Dorfes nachweisen, dass dessen Ursprung (1398) wenigstens 200 Jahre früher datiert werden muss. Sie zeigen vor Ort einige Bauten aus dem frühen Mittelalter.
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