Jülich - Preisgekröntes Traumschloss: Ein Stadttheater auf dem Teich

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Preisgekröntes Traumschloss: Ein Stadttheater auf dem Teich

Von: Volker Uerlings
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So harmonisch könnte dereinst einmal ein Stadttheater im Schwanenteich aussehen. Ob ein solches Projekt allerdings jemals Chancen auf eine Realisierung hat? Das ist mehr als fraglich. Foto: Uerlings

Jülich. Wasser inspiriert. Das gilt selbst für das „größte Jülicher Binnengewässer”, den Schwanenteich. Mit etwa 30 Zentimetern hat der zwar gerade mal Tümpel-Tiefe, ist aber großflächig. Die gebürtige Jülicherin Birthe Lingens hat den Tiefgang eigenhändig gemessen - „einfach mit einem Stock”. Das tat sie nicht ohne Grund.

Der 24-Jährigen schwante Großes mit dem Teich, als sie ihre Bachelorarbeit im Fachbereich Architektur anging. Sie hat „Ein Stadttheater für Jülich” entworfen, das praktisch im Schwanenteich schwimmt. Plan und Idee brachten ihr am Ende nicht nur viel Lob ein, sondern auch den Architektur-Förderpreis der Gesellschaft der Förderer der Universität Siegen.

„Nymphaea” hat sie ihren geschwungenen Modell-Bau getauft, was wieder in direkter Beziehung zum Wasser steht. Der lateinische Name der Seerose nämlich findet sich in den Gebäudeformen wieder. „Alles schwingt sich um den Saal, der ist natürlich das Herzstück des Theaters”, erklärt sie. Bei voller Bestuhlung passten da locker 600 Zuschauer hinein, „mit Galerie”. Dieser Bereich ist rechteckig. Drumherum aber wird´s kurvig.

Das Haus sollte ganztägig zu nutzen sein, lautete Lingens Anspruch. Deshalb schwang sie weitere Gebäudeteile um das streng geometrische Zentrum. Dort gibt es ein Café, eine Dachterrasse und ein opulentes Foyer. „Da wären Ausstellungen möglich, und durch das Café nebenan wäre auch alles ganztägig unter Sozialkontrolle”, erklärt sie schmunzelnd. Dann kommt so schnell kein Kunstwerk abhanden.

Durch die „Schwingungen” sieht „Nymphaea” von jeder Seite des Schwanenteichs anders aus. Das Stadttheater hat sie gleich an den heutigen Grünstreifen mit den Fuchs-und-Gans-Skulpturen an der Großen Rurstraße platziert, die dann verschwänden.

Ein paar kleinere Wasserbereiche blieben an den Ecken übrig. Seitliche Zugänge von Kartäuser- und Bahnhofstraße wären vorhanden, außerdem mehrere Promenadenflächen an den Ufern des Restteichs.

Anregung aus der Zeitung

Den Anstoß, ausgerechnet ein Stadttheater zu planen, lieferte unsere Zeitung. Die hatte im März darüber berichtet, dass auf dem Gelände des Schulzentrums eine Multifunktionshalle geplant werden soll, die das Ende der Stadthalle bedeuten könnte. Inzwischen kam es anders: An der Linnicher Straße bleibt es bei einer Sporthalle, und an der Düsseldorfer Straße steht die Entscheidung über die Zukunft des alten oder den Bau eines neuen Musentempels aus.

Die Frage nach den Kosten eines solchen Baus stellte sich nicht. Birthe Lingens: „Darüber habe ich mir keine Gedanken machen müssen.” Das war auch nicht gefordert und ist der Luxus des freien Geistes. Ganz im Gegensatz dazu die Jülicher Wirklichkeit: Hier ist nicht ´mal Geld, die Schwanenteich-Fontäne zu finanzieren. Ein bisschen Pragmatismus war auch in Lingens´ Plan im Spiel: Das Gebäude schwimmt nicht wirklich, sondern steht auf unsichtbaren Stützen auf dem Teichgrund.

Realistisch sieht sie die Zukunft ihres Traumschlosses: Vielleicht wird das Modell in Jülich ausgestellt. Dass „Nymphaea” Wirklichkeit werden könnte, „glaube ich nicht. Obwohl - es würde der Stadt gut tun”.
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