Kreis Düren - Präventionsnetzwerk: Missbrauch kann jeden Verein betreffen

Präventionsnetzwerk: Missbrauch kann jeden Verein betreffen

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Vorfahrt Kinderschutz: Der Landessportbund stellt jedem Verein bis zu sechs kostenlose Beratungsstunden zur Verfügung, die über den Kreissportbund beantragt werden können.

Kreis Düren. „Jedes vierte bis fünfte Mädchen und jeder neunte bis zwölfte Junge wird in Deutschland sexuell missbraucht“ Nach diesen Worten von Meike Schöers vom Landessportbund bei der Veranstaltung des offenen Präventionsnetzwerks des Kreises Düren wurde klar, dass – statistisch gesehen – in jedem Sportverein ein sexuell missbrauchtes Kind ist.

Was aber tun im „Fall des Falles“? Hier hilft der Landessportbund: „Beratungen für Vereine sind bis zu sechs Stunden kostenlos. Sie werden beantragt über uns, den Kreissportbund Düren“, sagte Willi Gehlen in seiner Begrüßungsansprache.

Der Vortrag der Referentin des Landessportbunds ließ keine Fragen offen. Sie ging ein auf die Signale: Woran erkenne ich einen sexuellen Missbrauch? In welchem Fall sind das Grenzverletzungen, aber in welchem Fall handelt es sich um einen Straftatbestand? Sie zeigte die verschiedenen Bausteine auf, die Vereine zum Schutz der Kinder einführen sollten. Nicht unproblematisch ist die Einführung des erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses bei großen Vereinen mit rund 4000 Mitgliedern, ebenso bei langjährigen Mitgliedern. Dieses Thema wurde – moderiert von Mechtild Bölting vom Verein basta! – teilweise heftig diskutiert.

Angemessene Kleidung

Als es um das Thema „angemessene Kleidung im Sportverein“ ging, machte Peter Borsdorff, Vorsitzender des Stadt-Sportverbands Düren, auf den Beachvolleyball aufmerksam: Die Männer tragen Shorts und ein Shirt, während die Frauen lange Zeit nur in einem Bikini spielen durften – die knappen Maße waren vorgeschrieben. Im Frühling 2012 wurde diese Regel überarbeitet, heute darf auch von Frauen mit Shorts bis oberhalb des Knies und Shirts mit Ärmeln gespielt werden. Es ist nur ein Beispiel von vielen zum Stichwort „sex sells“ im Sportbereich.

Positiv hervorgehoben wurde von Franziska Orkisz und Robert Fabig vom Kreisjugendamt Düren, dass festgelegte Präventionsmaßnahmen zum Kinderschutz wie erweiterte Führungszeugnisse oder die Unterschrift unter den Ehrenkodex für Sportvereine auch ein Gütesiegel und Qualitätsmerkmal für die Vereine sind. Orkisz betonte, dass die Vereine ein Prüfschema von den Jugendämtern erhalten, nach dem jeder Verein genau einordnen kann, bei welchem Kontaktverhalten zum Kind ein Mitglied ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen habe. Eine Internetseite hierzu sei im Aufbau.

Willi Gehlen vom Kreissportbund verwies auf weitere mögliche Veranstaltungen: die „Kurz und Gut–Seminare“ zum Thema Kinderschutz und Vereinsberatungen des Kreissportbundes. Interessenten hierfür können sich melden unter w.gehlen@web.de.

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