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Polizeischule Linnich wird teilweise abgerissen

Von: hfs.
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Die Tage des markanten Blocks an der Rurdorfer Straße sind gezählt. Das „Königliche Lehrerseminar“ soll abgerissen werden. Foto: Jonel

Linnich. Linnichs südliches Einfallstor von Rurdorf kommend bekommt ein anderes Aussehen. Denn das um die Jahrhundertwende gebaute ehemalige „Königliche Lehrerseminar“ an der Rurdorfer Straße wird abgerissen. So will es das Bau- und Liegenschaftsamt (BLB) des Landes Nordrhein-Westfalen. Eigentlich sollte das Ganze still und heimlich über die Bühne gehen.

Denn nur wenige Personen wurden vor rund vier Wochen in die neuesten Pläne des BLB, was die weitere Nutzung von einem Teil der Gebäude der Linnicher Polizeischule anbelangt, eingeweiht. Dazu gehörte auch Linnichs Bürgermeister Wolfgang Witkopp, der von der NRW-Behörde um Stillschweigen gebeten wurde. Doch damit war es spätestens am Ende der jüngsten Ratssitzung vorbei.

„Ist es möglich, unser altes Polizeigebäude vor dem Abriss zu retten? Was gedenken Sie zu unternehmen?“ So lauteten zwei Fragen, die FDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Selter an den Bürgermeister richtete. Der sah sich dazu veranlasst, zuerst einmal die Bitte des BLB nach Verschwiegenheit herauszustellen. Danach wurde er allerdings deutlich. „Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb will das alte Polizeigebäude zügig abreißen lassen. Das dann frei werdende Gelände soll auf dem freien Markt mit Hilfe der Stadt Linnich angeboten werden.“

Selter hatte zuvor darauf hingewiesen, dass bei einem Abriss unwiderruflich ein Stück Linnicher Historie verloren gehe. „Man sollte über Nutzungsmöglichkeiten nachdenken, vielleicht auch Teile der Verwaltung dort unterbringen.“ Auch einen Kauf des Geländes durch die Stadt regte der Liberale an, „wohlwissend, wie es um die finanzielle Lage bestellt ist“. Doch solche Gedankenspiele teilte der Bürgermeister nicht. „Laut BLB ist die Bausubstanz so schlecht, dass nur ein Abriss infrage kommt.“

Witkopp ließ durchblicken, dass er ein Unternehmen, das für Betreiber von Privatkliniken Gebäude oder Grundstücke sucht, ins Spiel gebracht hat – mehr aber auch nicht. Auf Nachfrage dieser Zeitung meinte Witkopp später, „dass er es vom BLB nicht richtig gefunden habe, die Linnicher Bürger vor vollendete Tatsachen stellen zu wollen“.

Doch die Tage des einst als „Königliches Lehrerseminar“ um die Jahrhundertwende gebauten Hauses – von 1952 bis 2009 wurde es als Teil der Linnicher Polizeischule genutzt – sind gezählt. Zwar hat der BLB beim Kreis Düren noch keine Abrissgenehmigung beantragt, doch sobald die vorliegt, so ließ man die Stadt wissen, werde unverzüglich mit dem Abriss begonnen.

Das betrifft nur den Teil, der entlang der Rurdorfer Straße seit Jahrzehnten das Stadtbild prägt. Das dahinter liegende Quergebäude, in dem nur noch wenige junge Leute des Freshman-Instituts der FH Aachen wohnen, wird instand gesetzt.

„Für rund 100 Studenten der Fachhochschule für Finanzen NRW“ sind laut Witkopp sowohl Unterbringungsmöglichkeiten als auch eine Mensa vorgesehen. Noch sind die für Linnich vorgesehenen Nachwuchskräfte fürs NRW-Finanzwesen in Brakel untergebracht. Doch diese Unterkunft soll so mit Asbest belastet sein, dass eine weitere Nutzung unverantwortlich sei.

Nach dem Abriss des Gebäudes will der Bau- und Liegenschaftsbetrieb das dann freie 10.000 Quadratmeter große Gelände mit Hilfe der Stadt vermarkten. Die kleine Brücke über den Mühlenteich, die noch den Zugang zu den unteren Gebäuden der Polizeischule ermöglicht, wird gesperrt.

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