Jülich - Planung der „Via Belgica“: Alle Wege führen nach Jülich

Planung der „Via Belgica“: Alle Wege führen nach Jülich

Von: Daniela Martinak
Letzte Aktualisierung:

Jülich. Die Stadt Jülich: Im Netzplan der Antike mittendrin statt nur dabei. So oder so ähnlich könnte das Motto lauten. Die Herzogstadt soll nämlich nun zum Touristenmagnet werden. „Mehr Kultur, mehr Besucher...“, das wünscht sich Marcell Perse.

Seit mehr als drei Jahren ist der Leiter des Museums Zitadelle nun unterwegs auf der Römerstraße Köln - Jülich - Heerlen. Die „Via Belgica“ – eine moderne Bezeichnung für die römische Heerstraße - führte über Jülich (Iuliacum), Heerlen, Maastricht, Tongeren nach Bavay und könnte nun – sofern die Planung aufgeht – ein wichtiger Faktor in Sachen Besucherzahlen der Stadt sein.

Nicht nur, das wenige Interessierte informiert über die Geschichte der Stadt im Kreis Düren sind, selbst wenn sie es wissen wollen würden, es mangelt schlichtweg an eben den Kennzeichnungen und Ausstellungen, die jetzt geplant sind.

Nach dem Ratsbeschluss im Jahr 2010 und der Zustimmung der EU, das Projekt mit zu finanzieren, laufen die Umsetzungen nun auf Hochtouren: Neue Fahrradwege sollen angelegt werden, Bäume beschildert und die Museumsausstellung vergrößert werden.

Im Ausschuss für Kultur, Integration und Soziales erklärte Marcell Perse, der sich des Projekts angenommen hat, was die Vorhaben sind und worauf es jetzt ankommt. „Ich bin sehr optimistisch, dass die Stadt davon profitiert. Ich kann nicht versprechen, dass die Wirtschaftskraft sich verdreifacht, aber Gewinn machen wir sicherlich.“ Es werde zwar „im kleinen Bereich operiert“, aber die Beträge seien gut angelegt.

Inzwischen sind 180.000 Euro für die Neugestaltung des Museums und 258.000 Euro für Wegekennzeichnungen, Gestaltung und Infopavillons veranschlagt. Im Museum Zitadelle selber sollen nämlich jetzt auch die Römer einen Platz finden. Zwischen Preußen, Renaissance und Romantik glänzt der Osttrakt also bald auch mit alten Schätzchen aus Rom.

„Die Fläche, die uns zur Verfügung steht, ist leider nicht so groß, wie sie sein müsste. Deshalb müssen wir schon reduzieren und komprimieren, aber es wird gut“, versichert Perse. Vor allem aber soll unter der Flagge der „Via Belgica“ modernisiert werden. Und nicht nur die Räume des Museums sind davon betroffen. Ein Infopavillon auf dem Schlossplatz soll keine Fragen offen lassen. Hinzu kommt eine geplante Fahrradroute von Jülich nach Baesweiler. Auch das soll Radsportler dazu bewegen, den Hinweisschildern zu folgen und die Stadt Jülich auf ihrer Tour mit einzuplanen.

Außerdem soll eine neue Webseite und ein Taschenführer mit Vermerk der Straße erstellt werden. Eine Eichenbepflanzung und Säulen sollen die Römerstraße besser kenntlich machen.

„Diese kleine Stadt sitzt an der Lebensader der europäischen Union. Mit dem Reiz der Ferne zu spielen, wird dazu beitragen, das Publikum zu begeistern“, betont Perse. Planungsaufträge sind erteilt, Entwürfe liegen vor. Und vielleicht führen bald alle Wege entlang der „Via Belgica“ nach Jülich.

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