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Plaktieren: Rückkehr zu frei wählbaren Standorten

Von: ojo
Letzte Aktualisierung:
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Wo im Stadtgebiet Linnich plakatiert werden darf, wird künftig wieder den Vereinen freigestellt. Mit 40 Standorten ist allerdings eine Mengenobergrenze gesetzt. Foto: Jonel

Linnich. Zurück in die Zukunft heißt es in Linnich, und die Vereine werden sich freuen. Der Kultur-, Sport- und Partnerschaftsausschuss hat ein Machtwort gesprochen und das Plakatieren für Veranstaltungen genehmigungstechnisch auf den Stand vor Mai 2011 zurückgedreht.

Ausgangspunkt war ein SPD-Antrag im vergangenen Herbst, in dem nach der Regelung für das Plakatieren im öffentlichen Bereich der Stadt gefragt worden war. Die Verwaltung trug ihre Erkenntnisse in einer umfangreichen Umlage zusammen, erntete dafür aber wenig Lob. Im Gegenteil, die Kritik brach von allen Seiten über die Verwaltung her.

Bis Mai 2011 durften Vereine ihre Veranstaltungen an bis zu 40 Standorten im gesamten Stadtgebiet nach Gutdünken mit Plakaten bewerben. Das habe aber zu Missbrauch geführt, begründete die Verwaltung die Abkehr von diesem Verfahren hin zu einer eindeutigen Vorgabe, wo künftig Plakate hängen dürfen. Das führte dazu, dass pro Ortschaft nur zwei, höchsten drei und in der Kernstadt Linnich maximal acht Laternen als Plakatständer genutzt werden durften. Erkennen kann man sie an einer farbigen Markierung. Außerdem wurde die Gesamtzahl der Aufhängemöglichkeiten von 40 auf 30 reduziert.

Das Ganze zeuge doch davon, dass sich Verwaltungsmitarbeiter nicht mit den Interessen der Verein in der Stadt identifizieren, grollte Hans-Friedrich Oetjen (SPD), der seinerzeit den Antrag zur Klärung des Sachverhalts eingebracht hatte. Er bohrte nach: „Wer hat den Wildwuchs festgestellt? Wer hat beschlossen, das neu zu strukturieren? Warum haben wir nichts davon gehört?“

Zudem sei der Arbeitsaufwand nicht nachvollziehbar, den die Verwaltung betrieben habe, um „Laternen zu zählen“. Und das Ergebnis – die ausgewählten Laternen beziehungsweise Standorte – seien in etlichen Fällen lächerlich bis ärgerlich. „Da wiehert der Amtsschimmel!“, meinte Oetjen, der eine Lanze für die drangsalierten Vereine brach.

Vor allem den Verwaltungsaufwand beäugte auch Dr. Klaus Selter kritisch: „Ich hätte das so nicht beantragt.“ Und den angesprochenen Missbrauch, den die Verwaltung zum Anlass einer verschärften Regelung genommen hatte, habe er nie beobachtet.

Oetjens Tirade blieb indes nicht ohne Konsequenz, sondern gipfelte in der klaren unmissverständlichen Forderung: Sofortige Einstellung des jetzt praktizierten Verfahrens und Rückkehr zur alten Regelung mit 40 frei wählbaren Plakatierstandorten.

Diesen Ansatz teilten alle Fraktionen im Ausschuss. Unverändert bleibt die Regelung, dass bei zeitgleichem Plakatierungswunsch von Linnicher Vereinen und Gewerbetreibenden den örtlichen Vereinen Vorrang eingeräumt wird.

Dass man unbeschadet davon das Wildplakatieren in den Griff kriegen muss, wie Uli Meuser (PKL) betonte, wird Geschäft der laufenden Verwaltung werden.

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