Overbacher zieht es zum roten Planeten

Von: jago
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Von der Erde zum Mars: Hauptmann Oliver Knickel (2.v.l.) informierte zum Abschluss des von Marietheres Löw (links) und Marion Osterfeld (Mitte) geleiteten Marsprojekts der Overbacher 9b über seine Erfahrungen im Rahmen der Raumfahrtsmission „Mars 500”. Foto: Jagodzinska

Barmen. Zum Abschluss des Projektes „Von der Erde zum Mars”, von der jetzigen 9b des Gymnasiums Haus Overbach unter Leitung der Lehrerinnen Marietheres Löw und Marion Osterfeld im vergangenen Schuljahr begonnen, kamen die Schüler in den Genuss eines hochinteressanten Vortrages.

Bundeswehr-Hauptmann Oliver Knickel berichtete von seinen Erfahrungen im Verlauf der Simulation einer Marsmission, bei der außer ihm ein Air-France Pilot, zwei russische Kosmonauten, sowie ein Arzt und ein Physiologe aus Russland für 105 Tage von der Außenwelt abgeschnitten waren.

Gebannt verfolgten die Gymnasiasten im Vortragssaal des Science College Knickels Schilderungen bezüglich des Auswahlverfahrens aus den mehr als 5600 Bewerbern, der Vorbereitung auf die Isolation oder der Ausstattung der lediglich 150 Quadratmeter großen Versuchsanlage des internationalen Großprojekts „Mars 500”.

Von den primären Problematiken Schwerelosigkeit, Strahlungsbelastung und Langzeitisolation lag das Hauptaugenmerk des Versuchs auf der Letzteren. Erschwerend zur räumlichen Isolation gab es, um die real existierende Signalverzögerung bei einer maximalen Entfernung zum Mars von bis zu 396 Millionen Kilometern nachzuvollziehen, keine direkte Kommunikation zur Außenwelt; eine für viele der mit hochtechnisierten Geräten zum jederzeitigen Gesprächsaustausch verwöhnten Schüler kaum vorstellbare Situation.

Da fiel es schon leichter, sich vorzustellen, dass pürierte Babynahrung als ein wesentlicher Ernährungsbestandteil galt.

Dass Hygiene in der Schwerelosigkeit zum Problem werden kann, verdeutlichte Knickel beispielsweise mit dem Hinweis auf die Schwierigkeiten bei der Handhabung einer Wasser sprühenden Dusche. So mussten sich die Probanden in der Isolationskammer damit begnügen, die Körperpflege mit nassen Handtüchern durchzuführen.

Im Verlauf des Projekts wurden mehr als 70 Experimente durchgeführt, von denen „wir selbst nicht immer wussten, wofür sie gut sein sollten”, erzählte der Hauptmann und verwies darauf, dass „wir die Vorgabe hatten, das auszuführen, was die Wissenschaftler wünschten”. Eine auf 500 Tage ausgedehnte Simulation, die damit der realen für eine Marsmission anzusetzenden Zeit entsprechen wird, wird im Sommer weitere Erkenntnisse liefern.

Laut Knickel sind die technischen Voraussetzungen für den Flug zum Mars bereits heute gegeben. Die Kosten (bis zu 500 Milliarden US-Dollar werden angesetzt) verhindern jedoch, dass die Realisierung in näherer Zukunft Schlagzeilen machen könnte. Bis zur spontanen Reisebuchung wird man mindestens noch bis 2035 warten müssen.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten viele Schüler die Möglichkeit, weiter gehende Fragen zu stellen. Wie kann die Energieversorgung für die Mission sicher gestellt werden? Was passiert, wenn ein Crewmitglied lebensbedrohend erkrankt? Was passiert mit einem Kaugummi, wenn man ihn aus der Station heraus ins All aufbläst? Auf alle hatte Isolationstester Knickel eine konkrete Antwort, lediglich die letzte konnte nicht endgültig geklärt werden.
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