Jülich - Overbacher Kammerorchester: Klangerlebnis der ganz besonderen Art

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Overbacher Kammerorchester: Klangerlebnis der ganz besonderen Art

Von: rb
Letzte Aktualisierung:
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Das Overbacher Kammerorchesters arrangiert ein musikalisches Treffen der drei Komponisten Händel, Haydn und Sibelius. Foto: Beyß

Jülich. Zu Lebzeiten hätten sie höchstwahrscheinlich keinen gemütlichen Abend zusammen verbracht, schon allein, weil sie nicht alle drei zur gleichen Zeit lebten. Doch besser spät als nie.

Beim Konzert des Overbacher Kammerorchesters in der Christuskirche in Jülich trafen die Komponisten Händel, Haydn und Sibelius aufeinander und siehe da - sie verstanden sich gut.

Romantische Gefühle

Dafür sorgten die Musiker des Kammerorchesters unter der Leitung von Ulrike Erdtmann. Das Publikum genoss ein harmonisches Klangerlebnis, das die Werke der Komponisten eindrucksvoll wiedergab und die gesamte Kirche in die jeweilige Stimmung versetzte.

Besonders gefühlsgeladen war die Interpretation von Jeans Sibelius „Rakastava” („Der Liebende”), deren drei Sätze eine ausgewogene Einheit bildeten. Romantische wie sinnliche Gefühle trafen hier auf den bewegungsreichen Charakter eines Perpetuum Mobile. Auf den ersten Satz folgten „Der Weg der Geliebten” und „Guten Abend ... Lebe wohl!”.

Bei Händels „Concerto grosso op.3, Nr.4” aus dem Jahr 1734 erhielten die Streicher des Kammerorchesters Unterstützung von zwei Oboen und einem Fagott. Hier fiel besonders der Kontrast zwischen den Concertino-Gruppen, bestehend aus zwei Solo-Violinen sowie den Oboen und dem Fagott, und den Tuttiabschnitten ins Auge, der typisch für ein Concerto grosso ist. Die punktgenaue Akzentuierung unterstrich die Tanzmelodien, die zur Zeit Händels durchaus beliebt waren.

Mit der etwas düsteren Stimmung in „La Passione” von Joseph Haydn entließ das Kammerorchester sein Publikum an diesem Abend. Die Sinfonie veranschaulicht gut Haydns Mut zum Experimentieren, denn sie ist ungewöhnlicherweise in f-Moll komponiert.

Mit differenzierter Dynamik, ausgefeiltem Rhythmus, großen Intervallsprüngen und dem Einsatz der Bläser versuchte er, einen neuen sinfonischen Stil zu erschaffen. Das Kammerorchester bot mit dieser Auswahl einen Einblick in sein Repertoire, das Werke vom Barock bis zur Moderne umfasst, und bewies dabei einmal mehr sein musikalisches Können. Nach ausgiebigem Applaus durfte eine Zugabe nicht fehlen. Einige Plätze in der Christuskirche blieben leer und so ließ die Quantität der Zuhörer ein wenig zu wünschen übrig.

Umso überzeugender war dafür die Qualität des Konzerts, das bestimmt auch Händel, Haydn und Sibelius gefallen hätte.
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