Overbacher Kammerchor und das Orchester glänzen

Von: Hilde Viehöfer-Emde
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Kerry Jago (l.) mit dem „Ersatz“-Evangelist Scott Wellstead Foto: Wolfgang Emde

Barmen. Zum traditionellen Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach lud die Overbacher Singschule am Jahresende ein. Von großem Chor, Orchester und vielen Solisten wurden die Kantaten IV, V und VI aufgeführt.

Schon lange vor Beginn war die Klosterkapelle voll besetzt. Für viele Besucher begann an diesem Nachmittag schon das Weihnachtsfest, andere fühlten sich bestens auf die Festtage eingestimmt. Dazu ist das Spätwerk von Johann Sebastian gut geeignet.

Die Komposition besteht aus Chorälen, Kantaten, Rezitativen und Arien, die oft weltlich erscheinen, manchmal auch an andere Werke des großen Musikers erinnern. Bach war ein Genie, aber auch im besten Sinne ein Gebrauchsmusiker, der Auftragswerke schrieb und durchaus flexibel war. Trotzdem ist der Kontext seiner Komposition bewundernswert, da Bach als gläubiger Mensch die Tiefe des Glaubens und der Religion spüren lässt.

Eigentlich kein Oratorium, sondern eine Zusammenfassung aus sechs Kantaten der Weihnachtszeit, die für die drei Weihnachtsfeiertage, Neujahr, den Sonntag nach Neujahr und das Epiphaniasfest gedacht waren. Die Melodien haben volkstümlichen Charakter. Kirchliche und weltliche Werke lassen sich nur schwer unterscheiden. Bach ist der letzte, ganz in Gott ruhende Schöpfer vor der Verweltlichung seit Mitte des 18. Jahrhunderts. So ist auch die Urgestalt seines Schaffens der protestantische Choral.

In der Aufführung in Overbach berührten besonders die Choräle mit ihrer gewaltigen Aussagekraft durch die Ausgewogenheit der Stimmen und das harmonische Miteinander mit den Musikern des Orchesters. Die Geborgenheit in Glauben und Kirche findet Ausdruck in Arien und Chören.

Die Leitung dieses großartigen Konzertes lag in den Händen von Kerry Jago, der sicher und souverän das sauber und klangschön musizierende Orchester, den stimmlich perfekt agierenden Chor und die Solisten führte.

Große Anerkennung galt Scott Wellstead, der als „Evangelist“ kurzfristig eingesprungen war. Den wichtigen Part an der Orgel übernahm Michael Mohr, der durch große Sicherheit und Präzision überzeugte.

Chor, Orchester und Solisten boten ein Bachoratorium, das ein kostbares Weihnachtsgeschenk für alle Zuhörer war. Vielleicht gaben der große Applaus und die Anerkennung für die Leistung ein kleines Dankeschön an die Aufführenden zurück. Die Solisten waren Nadine Langen, Lara Wolf, Judith Mohr (Sopran); Ursula Wilden, Marion Armbruster, Hannah Meurer(Alt); Scott Wellstead, Dieter Werner, Martin Schuldt(Tenor); Andreas Weller.

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